Lenis Traumwelt
Leni, Luna, Fina, Bruno und Pipo bestaunen die kleine Fledermaus Mira in ihrem weichen Bett unter einem leuchtenden Farn im warmen Sternengewölbe.

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Leni und das Bett an der Decke

An diesem Abend konnte Leni ihren Kopf nicht gemütlich hinlegen.

Zuerst lag das Kissen gerade. Dann schob sie es ein Stück nach links. Danach drehte sie es um. Schließlich legte sie Teddy darauf und probierte, ob sein Platz vielleicht besser war.

„Wie liegt man denn richtig?“, murmelte Leni.

Teddy sagte nichts. Er sah auf jedem Kissen zufrieden aus.

Da kam von oben ein leises Geräusch.

Flapp. Flapp. Tipp.

Etwas tippte nicht ans Fenster, sondern an die Zimmerdecke.

Leni blickte hinauf. Direkt über ihrem Bett hing eine kleine Fledermaus. Ihr Fell war samtgrau, ihre Ohren waren rund, und um ihren Hals trug sie ein winziges lila Sternentuch. Mit den Füßen hielt sie sich an Lenis Deckenlampe fest. In einem Flügel trug sie eine zusammengerollte Farnkarte.

„Entschuldigung“, piepste sie. „Ist hier unten Leni?“

„Ja“, sagte Leni und setzte sich auf. „Und du hängst oben.“

„Oh!“ Die Fledermaus schaute zur Decke. „Das mache ich immer, wenn ich aufgeregt bin. Ich heiße Mira.“

Sie flatterte herunter und landete auf Lenis Bettpfosten. Dann reichte sie Leni die Farnkarte. Darauf leuchteten silberne Buchstaben:

Heute ist Miras erste Schlummernacht im Farngewölbe.

Unter den Buchstaben stand kleiner:

Bitte bringt ein gemütliches Bett mit.

„Im Farngewölbe schlafen heute zum ersten Mal alle jungen Nachtflieger zusammen“, erklärte Mira. „Ich habe ein Bett vorbereitet. Ein ganz richtiges. Aber sobald ich darin liege, werden meine Augen wieder wach.“

Leni nahm ihren Traumstern vom Nachttisch. „Dann schauen wir uns dein Bett an.“

Der Stern leuchtete einmal lila, einmal golden und einmal so weich wie Mondmilch. Vor dem Fenster erschienen Luna, Fina, Bruno und Pipo auf einer breiten Wolkenstufe.

Lunas weißes Fell schimmerte im Mondlicht. Sein langer lila Schal wehte hinter seinen Ohren. Fina trug ihr Sternencape und hatte schon den wachen Blick einer Wegfinderin. Bruno rückte seine gemütliche Sternenmütze zurecht. Pipo flatterte mit seinen pastellfarbenen Flügeln über ihnen und zwitscherte: „Eine Schlummernacht! Ich bringe mein leisestes Lied mit.“

Mira flog voraus. Die Freunde glitten auf der Wolkenstufe über die Dächer und weiter zu einem runden Hügel. In seiner Seite öffnete sich ein Tor aus grünen Farnblättern.

Dahinter lag das Farngewölbe.

Es war keine dunkle, gruselige Höhle. Die Wände funkelten wie ein Sternenhimmel aus Stein. Von der Decke hingen große Farne herab. Ihre Blätter leuchteten an den Rändern violett und goldgelb. Dazwischen schwebten winzige Lichtkäfer und trugen warme Tautropfen wie Laternen.

Auf dem Boden standen kleine Schlafplätze im Kreis. Es gab ein Mooskissen, ein Nest aus weichen Gräsern, eine Mulde voller Blütenwolle und einen breiten Teppich aus Farnfedern.

In der Mitte hatte Mira ihr Bett aufgebaut.

Es hatte vier kurze Pfosten, eine Decke mit Sternen und drei Kissen. Auf dem größten lag noch ein kleineres Kissen. Darauf lag ein winziges drittes.

„Das sieht sehr weich aus“, sagte Bruno.

„Und sehr ordentlich“, bemerkte Fina.

Mira nickte eifrig. „Alle richtigen Betten stehen auf dem Boden. Sie haben Kissen oben und eine Decke unten. Oder andersherum? Ich habe beides probiert.“

Sie legte sich auf den Rücken. Ihre Flügel rutschten unter die Kissen. Sie drehte sich auf die Seite. Ein Ohr knickte um. Sie rollte sich zusammen, doch ihre Füße zappelten in die Luft.

„Sie wollen immer nach oben“, seufzte Mira. „Das gehört sich beim Schlafen bestimmt nicht.“

Leni dachte an ihr eigenes Kissen. „Vielleicht gibt es nicht nur eine richtige Art.“

„Wir können unsere Arten zeigen“, schlug Luna vor.

Er sprang auf das Mooskissen, drehte sich dreimal im Kreis und rollte sich zu einer weißen Kugel zusammen. Sein Schal lag über den Pfoten, und ein langes Ohr deckte seine Nase zu.

„So“, murmelte er gemütlich. „Nase warm, Pfoten nah, Ohr darüber.“

Mira versuchte es. Sie drehte sich einmal, zweimal, dreimal. Dann lag ein Flügel unter ihrem Bauch und der andere über ihrem Kopf.

„Meine Flügel wissen nicht, wo sie hinmöchten“, sagte sie.

„Dann ist die Hasenrolle vielleicht nur für Hasen gemütlich“, meinte Luna freundlich.

Fina legte sich in die Gräsermulde. Sie wickelte ihren buschigen Schwanz um die Pfoten und schob die Schnauze darunter.

„Ich habe meine Decke immer dabei“, sagte sie.

Mira kuschelte sich vorsichtig an Finas Schwanz. Das Fell war weich, doch es kitzelte an ihrer Nase.

„Hatschi-piep!“, machte Mira.

Pipo musste kichern. Auch Mira kicherte.

„Sehr kuschelig“, sagte sie, „aber meine Nase möchte lieber ohne Fuchsschwanz schlafen.“

Nun setzte sich Bruno auf den Farnteppich. Er lehnte den Rücken an einen glatten Stein und öffnete seine großen, warmen Tatzen.

„Manchmal brauche ich kein besonderes Bett“, sagte er. „Eine sichere Ecke und ein Freund in der Nähe reichen mir.“

Mira kletterte in seine Arme. Bruno hielt sie ganz sanft, als wäre sie ein kleines, flatteriges Kissen. Für einen Moment schloss Mira die Augen.

Dann zuckte erst ihr linker Fuß. Danach der rechte.

„Nach oben?“, fragte Bruno.

Mira nickte.

Pipo landete auf einem niedrigen Ast. Er plusterte seine bunten Federn auf, steckte den Kopf unter einen Flügel und stand auf einem Bein.

„Das ist meine Lieblingsart“, piepste er unter seinen Federn hervor.

Mira setzte sich neben ihn. Sie zog einen Fuß an den Bauch. Dann den anderen. Sofort kippte sie langsam zur Seite.

Leni fing sie mit beiden Händen auf.

„Danke“, sagte Mira. „Auf einem Ast sitzen kann ich gut. Aber zum Schlafen wollen meine Füße sich festhalten.“

Fina hatte die ganze Zeit aufmerksam zugesehen. Nun blickte sie nach oben zu den leuchtenden Farnen.

„Mira“, fragte sie, „wo hast du geschlafen, bevor du dieses Bett gebaut hast?“

Mira zeigte mit einem Flügel auf die Decke des Gewölbes.

Unter einem besonders großen Farnblatt hing eine kleine Mulde aus weichem Wollgras. Sie war mit zwei sanften Ranken an einem Ast befestigt. Von unten sah sie aus wie ein umgedrehter Halbmond.

„Dort“, flüsterte Mira. „Meine Mama nennt es ein Flügelbett. Ich hake meine Füße an der Ranke ein und wickele die Flügel um mich. Aber für die Schlummernacht wollte ich so schlafen wie alle anderen.“

„Alle anderen schlafen doch auch verschieden“, sagte Leni. „Luna braucht sein Ohr. Fina ihren Schwanz. Bruno eine sichere Ecke. Pipo einen Ast. Und ich brauche heute vielleicht ein schiefes Kissen.“

Mira sah von einem Freund zum nächsten. „Ist ein Bett an der Decke wirklich ein Bett?“

Bruno lächelte warm. „Wenn du dich darin sicher und geborgen fühlst, ist es ein wunderbares Bett.“

Mira flatterte hinauf. Sie hakte ihre kleinen Füße an die Ranke, ließ den Kopf nach unten sinken und zog das Wollgras wie ein Kissen an ihre Wange. Dann faltete sie die Flügel um ihren Bauch.

Ihr ganzes Gesicht wurde weich.

„Oh“, seufzte sie. „Meine Füße sind zufrieden.“

Pipo flog neugierig neben sie. Er klammerte sich mit beiden Füßen an den Ast und ließ den Kopf nach unten hängen.

„Ich probiere es auch!“

Seine Federn standen sofort in alle Richtungen. Sein Sternen-Accessoire rutschte ihm über die Augen.

„Ich glaube“, piepste er, „meine Federn denken jetzt, der Morgen kommt von unten.“

Alle lachten leise. Pipo flatterte zurück auf seinen Ast und steckte den Kopf wieder unter den Flügel.

Leni stellte Miras Bodenbett an die Seite. „Das bleibt für Gäste, die unten schlafen möchten.“

Luna legte sein Mooskissen darunter. Fina schob die Gräsermulde daneben. Bruno breitete den Farnteppich aus. Pipo wählte einen Ast direkt über ihnen. So entstand ein Schlafkreis, der nicht ganz rund war und nicht überall gleich aussah.

Aber jeder Platz fühlte sich richtig an.

Nach und nach kamen die anderen jungen Nachtflieger. Eine kleine Eule kuschelte sich in die Blütenwolle. Zwei Nachtfalter klappten ihre Flügel an einem Farnblatt zusammen. Ein Flughörnchen rollte sich in einer Astgabel ein. Drei Fledermäuse hängten sich neben Mira.

Niemand wunderte sich über das Bett an der Decke.

„Deins schaukelt so schön“, sagte eine der Fledermäuse.

„Und deins hat ein tolles Wollgraskissen“, sagte Mira.

Pipo sang drei leise Töne. Luna gähnte. Fina legte die Schnauze auf ihren Schwanz. Bruno brummte so ruhig, dass es wie fernes Meeresrauschen klang.

Mira schaute noch einmal zu Leni hinunter.

„Jetzt weiß ich, wie man richtig liegt“, flüsterte sie.

Leni lächelte. „Wie denn?“

„So, dass der Körper nicht mehr überlegen muss.“

Dann schloss Mira die Augen. Ihre runden Ohren entspannten sich. Das große Farnblatt über ihr bewegte sich ganz sacht.

Hin und her.

Hin und her.

Das Farngewölbe wurde still. Die Lichtkäfer stellten ihre Tautropfen an den Wänden ab. Nur ein sanfter goldener Schimmer blieb zurück.

Kurz darauf lag Leni wieder in ihrem Bett. Das Kissen war noch immer ein wenig schief. Teddy lag halb darauf und halb daneben.

Leni wollte es gerade richten. Dann dachte sie an Miras zufriedene Füße, an Lunas warmes Ohr, an Finas weichen Schwanz, an Brunos sichere Ecke und an Pipos Ast.

Sie ließ das Kissen schief.

„So ist es heute richtig“, murmelte sie.

Draußen hing der Mond über den Dächern. Im Farngewölbe schlief Mira in ihrem Bett an der Decke. Unter ihr, neben ihr und über ihr ruhten alle anderen auf ihre eigene gemütliche Weise.

Und Leni musste nicht mehr überlegen.

Ihr Kopf wurde schwer. Ihr Atem wurde ruhig. Teddy rückte im Traum ein kleines Stück näher.

Dann schlief Leni ein.

Ganz sicher. Ganz weich. Und genau richtig für sie.

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