Lenis Traumwelt
Leni sitzt mit Luna, Fina, Pipo und Bruno im funkelnden Nachtwald vor einem großen Sternenregenbogen, dessen Farben magisch zurückkehren.

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Die verschwundenen Farben des Regenbogens

Es war eine besonders klare Nacht.

Leni lag in ihrem Bett und hielt ihren kleinen Traumstern ganz fest in der Hand. Der Mond leuchtete sanft durch ihr Fenster, und die Sterne funkelten wie kleine, freundliche Augen.

„Ob wir heute wieder reisen?“, flüsterte Leni leise.

Gerade als sie die Augen schließen wollte, hörte sie das vertraute Geräusch:

„Pssst… Leni…“

Leni setzte sich auf.

Am Fenster saß Luna, der kleine Sternenhase. Sein Fell glitzerte wie immer sanft im Mondlicht. Neben ihm flatterte Pipo aufgeregt, und Bruno stand schon bereit.

Auch Fina, der kleine Sternenfuchs, lugte vorsichtig hinter ihnen hervor.

„Komm schnell, Leni“, sagte Luna leise. „Heute brauchen wir dich ganz besonders.“

Leni sprang aus dem Bett und kletterte ins kleine Raumschiff.

„Was ist passiert?“, fragte sie neugierig.

Das Raumschiff begann sanft zu summen und hob langsam ab.

Luna schaute ein wenig besorgt. „Ein Regenbogen ist verschwunden.“

„Ein Regenbogen?“, fragte Leni erstaunt. „Aber… Regenbögen verschwinden doch immer wieder.“

Pipo schüttelte den Kopf. „Nicht dieser! Dieser ist ein Sternenregenbogen. Er verbindet viele Welten miteinander.“

Bruno nickte. „Und jetzt ist er… grau.“

Leni runzelte die Stirn. „Grau?“

Fina flüsterte: „Alle Farben sind weg…“

Das Raumschiff flog durch die funkelnde Nacht, vorbei an Sternen und leuchtenden Nebeln, bis sie schließlich an einem besonderen Ort ankamen.

Vor ihnen spannte sich ein riesiger Regenbogen durch den Weltraum.

Doch…

Er war wirklich grau.

Kein Rot. Kein Blau. Kein Gelb.

Nur ein blasser, trauriger Bogen.

Leni hielt den Atem an. „Oh nein… er sieht ja richtig traurig aus…“

Plötzlich hörten sie ein leises Schluchzen.

„Hört ihr das?“, fragte Leni.

Die Freunde lauschten.

Da – ganz in der Nähe – war ein kleines rotes Leuchten, das sich hinter einem schimmernden Stern versteckte.

Leni ging vorsichtig näher.

„Hallo?“, sagte sie sanft.

Langsam kam das rote Leuchten hervor.

Es war die Farbe Rot.

Sie sah ganz klein und unsicher aus.

„Warum bist du hier ganz allein?“, fragte Leni.

Rot seufzte. „Ich wollte nicht mehr im Regenbogen sein.“

„Warum denn nicht?“, fragte Leni.

Rot schaute traurig zu Boden. „Ich bin viel zu laut… viel zu stark… Ich passe nicht mehr dazu.“

Leni kniete sich hin. „Aber Rot ist doch wunderschön…“

Bruno brummte zustimmend. „Rot ist warm und mutig.“

Pipo flatterte aufgeregt. „Und Rot macht alles lebendig!“

Doch Rot schüttelte den Kopf. „Nein… ich störe nur.“

Leni dachte kurz nach.

Dann nahm sie vorsichtig Rots Hand.

„Weißt du was? Ohne dich fehlt dem Regenbogen etwas ganz Wichtiges.“

Rot schaute vorsichtig auf. „Wirklich?“

„Ja“, sagte Leni lächelnd. „Du bist die Farbe des Herzens.“

Langsam begann Rot wieder ein bisschen heller zu leuchten.

„Vielleicht… komme ich mit zurück“, flüsterte sie.

Gemeinsam gingen sie zum grauen Regenbogen.

Kaum hatte Rot ihn berührt, erschien ein kleiner roter Streifen.

Ganz zart… aber wunderschön.

„Siehst du!“, rief Pipo.

Doch der Regenbogen war noch immer größtenteils grau.

„Wir müssen die anderen Farben finden“, sagte Luna.

Also flogen sie weiter.

Nicht weit entfernt fanden sie ein kleines blaues Leuchten, das sich in einer ruhigen, dunklen Ecke versteckte.

„Hallo Blau“, sagte Leni vorsichtig.

Blau schaute schüchtern hervor.

„Was wollt ihr?“

„Wir suchen dich“, sagte Fina leise.

Blau seufzte. „Ich gehe nicht zurück.“

„Warum nicht?“, fragte Leni.

Blau blickte in die Ferne. „Ich bin zu traurig… zu ruhig… niemand braucht mich.“

Leni setzte sich neben Blau.

„Doch“, sagte sie leise. „Du bist die Farbe vom Himmel… vom Meer… von Ruhe und Träumen.“

Pipo nickte. „Ohne dich wäre alles viel zu hektisch!“

Bruno lächelte. „Du bringst Frieden.“

Blau zögerte.

„Meint ihr das wirklich?“

„Ja“, sagte Leni.

Langsam begann Blau wieder zu leuchten.

„Dann… komme ich mit.“

Und wieder kehrten sie zum Regenbogen zurück.

Jetzt leuchteten zwei Farben darin: Rot und Blau.

Doch es fehlten noch viele.

Als nächstes fanden sie Gelb.

Gelb saß ganz allein auf einem kleinen Stern und wirkte traurig.

„Gelb?“, rief Leni.

Gelb drehte sich um.

„Oh… hallo.“

„Warum bist du nicht im Regenbogen?“, fragte Leni.

Gelb zuckte mit den Schultern. „Ich bin zu hell… zu auffällig… alle schauen immer nur mich an.“

Leni lächelte sanft.

„Aber genau das macht dich besonders.“

Fina nickte. „Du bist wie die Sonne.“

Pipo flatterte fröhlich. „Du bringst Freude!“

Gelb schaute überrascht. „Wirklich?“

„Ja“, sagte Leni. „Du machst alles warm und fröhlich.“

Langsam begann Gelb zu strahlen.

„Dann möchte ich wieder dabei sein.“

Und wieder bekam der Regenbogen ein Stück seiner Farbe zurück.

So machten sie weiter.

Sie fanden Grün, das dachte, es sei zu gewöhnlich. Doch Leni erklärte ihm, dass es die Farbe des Lebens ist.

Sie fanden Orange, das meinte, es sei nur eine Mischung und nichts Eigenes. Doch Leni sagte: „Du bist eine wunderbare Verbindung!“

Sie fanden Lila, das sich zu geheimnisvoll fühlte. Und Leni sagte: „Du bist die Farbe der Magie.“

Mit jeder gefundenen Farbe wurde der Regenbogen heller.

Mit jeder Farbe wurde er lebendiger.

Doch erst als alle Farben zurückgekehrt waren, geschah etwas Besonderes.

Der Regenbogen begann zu leuchten.

Nicht nur ein bisschen.

Sondern wunderschön.

Strahlend.

Magisch.

Die Farben flossen ineinander, tanzten miteinander und funkelten im Sternenlicht.

„Wow…“, flüsterte Leni.

„Er ist schöner als vorher“, sagte Fina leise.

Luna nickte. „Weil jetzt jede Farbe weiß, wie wichtig sie ist.“

Der Regenbogen begann sanft zu summen – fast wie ein Lied.

Ein warmes, fröhliches Lied.

Plötzlich spürte Leni etwas in ihrem Herzen.

Ein Gefühl von Wärme.

Von Freude.

Von Zusammengehörigkeit.

Die Farben leuchteten noch heller.

Und dann… erschien ein kleines Funkeln.

Ein neuer, kleiner Lichtpunkt im Regenbogen.

„Was ist das?“, fragte Leni.

Luna lächelte. „Das ist dein Teil.“

„Mein Teil?“

„Ja“, sagte Bruno. „Du hast geholfen, dass die Farben wieder an sich glauben.“

Leni lächelte.

Langsam wurde es still.

Das Raumschiff wartete schon.

„Zeit, nach Hause zu fliegen“, sagte Luna sanft.

Leni schaute noch einmal zurück.

Der Regenbogen leuchtete hell und wunderschön.

„Tschüss…“, flüsterte sie.

Dann stieg sie ins Raumschiff.

Der Flug zurück war ruhig.

Alle waren zufrieden.

Als sie wieder an Lenis Fenster ankamen, half Luna ihr hinaus.

„Danke, Leni“, sagte Fina leise.

„Du hast uns wieder gezeigt, wie wichtig jeder ist“, sagte Pipo.

Leni lächelte.

„Ich komme gerne wieder mit.“

Sie kletterte zurück in ihr Bett.

Ihr Traumstern glitzerte sanft.

Draußen funkelten die Sterne.

Und irgendwo da draußen…

Leuchtete ein Regenbogen.

Bunter als je zuvor.

Langsam schloss Leni die Augen.

Und mit einem warmen Gefühl im Herzen schlief sie ein.

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