
Die schwebende Seifenblasenstadt
Die schwebende Seifenblasenstadt
Es war eine ganz ruhige Nacht.
Leni lag in ihrem Bett und kuschelte sich tief in ihre Decke. Draußen am Himmel funkelten die Sterne wie kleine, leuchtende Punkte.
„Gute Nacht, lieber Mond…“, flüsterte Leni leise.
Gerade wollte sie ihre Augen schließen, da hörte sie es wieder:
„Pssst… Leni… komm mit uns…“
Leni lächelte sofort.
Sie setzte sich auf und schaute zum Fenster.
Und da waren sie schon.
Luna, der kleine Sternenhase, saß auf dem Fensterbrett und wackelte mit seinen langen Ohren. Pipo flatterte fröhlich daneben. Fina, der schimmernde Sternenfuchs, blinzelte neugierig in die Nacht. Und Bruno, der große, gemütliche Bär, stand schon bereit.
„Wohin reisen wir heute?“, fragte Leni leise.
Luna hüpfte aufgeregt. „Heute geht es ganz hoch hinaus!“
„Noch höher als die Wolken?“, staunte Leni.
„Oh ja!“, piepste Pipo. „Viel, viel höher!“
Gemeinsam stiegen sie in ihr kleines, funkelndes Raumschiff. Es summte leise, als wäre es selbst schon ganz schläfrig.
„Alle festhalten!“, sagte Bruno sanft.
Und schwuuups… flogen sie los.
Sie flogen vorbei an den Wolken. Vorbei an den Sternen. Und immer weiter nach oben.
Bis plötzlich…
„Oooh…“, machte Leni.
Vor ihnen schwebte etwas Wunderschönes.
Eine ganze Stadt aus riesigen, bunten Seifenblasen!
Die Blasen glitzerten in allen Farben. Manche waren rosa, manche blau, manche schimmerten wie ein Regenbogen.
Und sie schwebten ganz langsam im Himmel.
„Das ist die Seifenblasenstadt!“, sagte Luna leise.
Leni staunte. „Darf man da hinein?“
„Ja“, flüsterte Fina. „Aber nur ganz vorsichtig…“
Das Raumschiff landete sanft auf einer besonders großen Blase. Sie fühlte sich weich und federnd an.
Leni stieg vorsichtig aus.
„Die ist ja ganz zart“, sagte sie.
Plötzlich hörten sie ein leises… Plopp.
Dann noch eins.
Plopp… plopp…
Leni schaute sich um.
„Was war das?“
Pipo flog erschrocken in die Luft. „Oh nein…!“
Eine kleine Blase neben ihnen zerplatzte.
Und noch eine.
Und noch eine.
Die schönen Seifenblasen begannen langsam zu verschwinden!
„Was passiert hier?“, fragte Leni besorgt.
Da kam eine kleine, schimmernde Figur auf sie zu. Sie sah aus wie ein Kind aus Licht und Blasen.
„Willkommen…“, sagte die Stimme ganz leise. „Ich bin Mira…“
„Warum platzen die Blasen?“, fragte Leni.
Mira seufzte. „Unsere Stadt ist sehr empfindlich…“
„Zu laut… zu wild… zu hektisch…“
„Dann gehen die Blasen kaputt.“
Leni schaute traurig.
„Aber wir wollen helfen!“
Bruno nickte langsam. „Dann müssen wir ganz ruhig sein.“
„Ganz vorsichtig“, sagte Fina.
„Ganz leise“, piepste Pipo.
Luna setzte sich neben Leni. „Wie wenn man einschläft…“
Leni lächelte.
„Das kann ich!“
Sie machte einen ganz kleinen, langsamen Schritt.
Die Blase unter ihr wackelte leicht… aber sie blieb ganz.
„Gut gemacht“, flüsterte Mira.
Die Freunde bewegten sich jetzt alle ganz vorsichtig.
Bruno setzte seine großen Pfoten ganz sanft auf. Pipo flatterte nur ganz leicht. Fina schlich leise wie ein Schatten.
Und Leni…
Leni ging Schritt für Schritt, ganz ruhig.
Die Blasen hörten auf zu platzen.
„Es klappt!“, freute sich Pipo leise.
Doch plötzlich…
Wuuusch!
Ein stärkerer Wind kam auf.
Die Blasen begannen zu zittern.
„Oh nein!“, rief Mira.
„Wenn der Wind zu stark wird, gehen alle Blasen kaputt!“
Leni dachte nach.
„Wir müssen den Wind beruhigen!“
„Aber wie?“, fragte Fina.
Leni setzte sich hin.
„So… wie beim Einschlafen…“
Sie atmete tief ein.
Und langsam wieder aus.
„Puuuh…“
Luna machte mit.
„Puuuh…“
Bruno auch.
„Puuuh…“
Bald saßen alle ganz ruhig da und atmeten langsam.
Ein… und aus…
Ein… und aus…
Der Wind wurde langsamer.
Ganz langsam.
Die Blasen hörten auf zu zittern.
Und dann…
war alles wieder ruhig.
Mira lächelte.
„Ihr habt es geschafft…“
Die Stadt glitzerte wieder.
Alle Blasen schwebten ruhig und sanft.
Leni strahlte.
„Wir haben sie gerettet!“
Plötzlich begann eine große Blase zu leuchten.
„Das ist ein Dankeschön“, sagte Mira.
Die Blase kam langsam zu Leni geschwebt.
Ganz vorsichtig nahm Leni sie in ihre Hände.
Sie war warm. Und weich. Und leuchtete ganz sanft.
„Für dich“, sagte Mira. „Damit du immer weißt, wie man ruhig wird.“
Leni nickte.
„Danke.“
Die Freunde winkten.
Dann stiegen sie wieder in ihr Raumschiff.
„Zeit nach Hause zu fliegen“, sagte Bruno.
„Schon?“, fragte Leni leise.
„Ja“, lächelte Luna. „Es ist Schlafenszeit.“
Das Raumschiff hob ab.
Langsam glitten sie zurück.
Vorbei an den Blasen. Vorbei an den Sternen. Zurück zu Lenis Fenster.
Leni kletterte ins Bett.
Sie hielt die kleine leuchtende Blase ganz fest.
„Die nehme ich mit in meine Träume“, flüsterte sie.
Luna lächelte.
„Und vergiss nicht…“
„Ganz ruhig… ganz leise…“
„Dann kommen die schönsten Träume.“
Leni schloss ihre Augen.
Sie atmete ein… und aus…
Und ganz schnell war sie eingeschlafen.
Draußen am Himmel glitzerten die Sterne.
Und irgendwo weit oben…
schwebte die Seifenblasenstadt ruhig und friedlich weiter.
Und keine einzige Blase platzte mehr.
Gute Nacht, kleine Leni.
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