Lenis Traumwelt - Geschichten zum Träumen
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Leni sitzt mit Luna, Fina, Pipo und Bruno auf einer weichen Wolkenwiese unter einem funkelnden Nachthimmel und hilft einem kleinen lächelnden Stern, seinen Platz zwischen den Sternbildern zu finden.

ca. 16 Min. · 2.255 Wörter

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Leni und der kleine Stern, der rückwärts fiel

Es war eine besonders stille Nacht.

Nicht ganz dunkel.

Nicht ganz hell.

Sondern genau so, wie Leni es am liebsten mochte, wenn der Tag langsam müde wurde und die Nacht ihre weiche Decke über die Welt legte.

Leni lag schon in ihrem Bett. Ihre Decke war bis unter das Kinn gezogen, ihr kleiner Teddy lag neben ihrem Arm, und das Nachtlicht leuchtete warm wie ein winziger Mond.

Draußen funkelten die Sterne.

Sie funkelten nicht wild und nicht laut. Sie funkelten freundlich. Einer nach dem anderen. Als würden sie Leni gute Nacht sagen.

Mama hatte gerade die Tür einen Spalt offen gelassen.

„Schlaf schön, meine kleine Sternenreisende“, hatte sie geflüstert.

„Gute Nacht“, murmelte Leni.

Dann wurde es ruhig.

Leni hörte nur noch ihr eigenes Atmen.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Doch plötzlich machte es draußen am Fenster ein ganz leises Geräusch.

„Pling.“

Leni öffnete ein Auge.

„Pling, pling.“

Das klang nicht wie Regen.

Es klang auch nicht wie ein Zweig am Fenster.

Es klang wie ein winziges Glöckchen aus Licht.

Leni setzte sich auf.

Vor ihrem Fenster schwebte ein kleiner goldener Punkt. Er hüpfte in der Luft auf und ab, als hätte er sich verlaufen.

Dann wurde der Punkt größer.

Und noch ein bisschen größer.

Schließlich erkannte Leni ein winziges Sternenschiff mit silbernen Flügeln.

Am Bug leuchtete ein kleines Mondzeichen.

„Das Sternenschiff“, flüsterte Leni glücklich.

Das Fenster öffnete sich von ganz allein einen Spalt. Ein sanfter Nachtwind strich herein und kitzelte Leni an der Nase.

„Hatschi“, machte Leni leise.

Da hörte sie ein freundliches Kichern.

„Pssst“, sagte eine weiche Stimme. „Heute brauchen wir besonders leise Füße.“

Luna, die kleine Mondfüchsin, schaute durch das Fenster. Ihr Fell schimmerte silbern, und ihre Augen glänzten wie zwei kleine Monde.

Neben ihr flatterte Fina, die zarte Sternenfee, mit funkelnden Flügeln. Pipo, der kleine blaue Vogel, hüpfte auf dem Fensterbrett hin und her. Und Bruno, der gemütliche Bär, stand unten im Sternenschiff und hielt eine weiche Wolkendecke bereit.

„Hallo“, flüsterte Leni.

„Hallo, Leni“, sagte Fina. „Ein kleiner Stern braucht Hilfe.“

„Ein Stern?“ Leni sah zum Himmel. „Ist er heruntergefallen?“

Pipo schüttelte den Kopf. „Nicht herunter. Das ist ja gerade das Komische.“

Bruno nickte ernst. „Er fällt rückwärts.“

Leni runzelte die Stirn. „Rückwärts?“

Luna lächelte. „Ja. Er wollte eigentlich schlafen gehen. Aber statt in sein Sternenbett zu gleiten, ist er rückwärts losgepurzelt. Jetzt kullert er durch den Himmel und weiß nicht mehr, wo er hingehört.“

Leni stieg vorsichtig aus dem Bett. Ihre Füße schlüpften in die kleinen Hausschuhe. Dann nahm sie ihren Teddy und kletterte ins Sternenschiff.

Bruno legte ihr die Wolkendecke über die Schultern.

„Damit du nicht frierst“, sagte er.

„Danke, Bruno“, flüsterte Leni.

Das Sternenschiff hob sich sanft vom Fensterbrett. Es flog nicht schnell. Es glitt. Ganz ruhig, wie ein Blatt auf einem stillen Teich.

Unter ihnen wurde Lenis Zimmer kleiner. Das Haus wurde kleiner. Die Straße wurde kleiner.

Und über ihnen wurde der Himmel größer.

Sehr viel größer.

Die Sterne funkelten nah und warm. Manche waren klein wie Knöpfe, andere groß wie Laternen. Zwischen ihnen zogen weiche Wolken vorbei, die im Mondlicht silbern glänzten.

Pipo setzte sich auf den Mast des Sternenschiffs und piepste: „Augen auf. Rückwärtsstern suchen.“

„Wie sieht ein Rückwärtsstern aus?“ fragte Leni.

„Meistens sehr verwirrt“, sagte Bruno.

Da mussten alle leise lachen.

Sie flogen an einer Wolke vorbei, auf der drei Schlafschäfchen lagen. Jedes Schäfchen hatte ein kleines Sternchen auf der Nase. Sie schnarchten so leise, dass es klang wie „mäh-mmm, mäh-mmm“.

Dann kamen sie an einem Sternenbaum vorbei. An seinen Ästen hingen kleine Lichtkugeln, die langsam auf und ab atmeten.

Leni staunte.

„Der Himmel schläft ja auch“, sagte sie.

„Natürlich“, sagte Fina. „Alles braucht irgendwann Ruhe. Sogar die Sterne.“

Plötzlich rief Pipo: „Da! Da vorne!“

Zwischen zwei Wolken drehte sich etwas Kleines und Goldenes.

Es kullerte nicht nach unten.

Es kullerte auch nicht nach oben.

Es kullerte rückwärts durch die Luft, machte einen winzigen Purzelbaum und rief: „Huch! Oh! Entschuldigung! War das links? Oder gestern?“

Leni beugte sich über den Rand des Sternenschiffs.

Der kleine Stern hatte ein rundes Gesicht, zwei helle Augen und winzige Strahlen, die vor Aufregung zitterten. Er sah müde aus und gleichzeitig ganz durcheinander.

„Hallo“, rief Leni leise. „Wir helfen dir.“

Der kleine Stern blieb für einen Augenblick stehen. Dann purzelte er wieder rückwärts.

„Ich möchte schlafen“, jammerte er. „Aber jedes Mal, wenn ich nach vorne gleiten will, fliege ich nach hinten. Und wenn ich nach hinten schaue, weiß ich nicht mehr, wo vorne ist.“

Bruno hielt die Arme auf. „Komm her, kleiner Stern.“

Doch der Stern kullerte an ihm vorbei.

„Huch! Ich wollte doch zu dir.“

Luna sprang auf eine Wolkenkante. „Keine Sorge. Wir machen es langsam.“

Fina streute eine Handvoll glitzernden Sternenstaub in die Luft. Der Staub bildete einen weichen Kreis, wie ein kleines Nest aus Licht.

„Versuch, hier hineinzuschweben“, sagte Fina.

Der kleine Stern nickte. Er kniff die Augen zusammen und dachte ganz fest: vorwärts, vorwärts, vorwärts.

Aber dann machte er „pling“ und kullerte rückwärts in einen Wolkenbusch.

„Aua“, sagte er, obwohl es gar nicht weh tat. Die Wolke war sehr weich.

Leni kicherte leise. Dann hielt sie sich schnell die Hand vor den Mund.

„Entschuldigung“, sagte sie. „Du siehst nur so lustig aus.“

Der kleine Stern schaute aus dem Wolkenbusch. Ein Stück Wolke hing auf einem seiner Strahlen.

„Ich bin auch ein bisschen lustig“, sagte er. „Aber noch lieber wäre ich müde.“

Leni nickte verständnisvoll. Sie kannte das. Manchmal war man so müde, dass sogar das Einschlafen durcheinandergeriet.

„Wie heißt du?“ fragte sie.

„Ich glaube, ich heiße Tilli“, sagte der Stern. „Oder Lilli. Oder Funkel. Nein, warte. Meine Sternenmama nennt mich Tilli-Funkel. Ja. Das bin ich.“

„Dann suchen wir dein Bett, Tilli-Funkel“, sagte Leni.

„Mein Bett ist bei meiner Sternenfamilie“, sagte Tilli-Funkel. „Neben dem großen Stern mit der weichen Spitze und unter dem Sternbild, das aussieht wie ein schlafender Hase. Aber ich finde es nicht mehr.“

Pipo plusterte stolz die Federn. „Schlafender Hase? Den kenne ich.“

„Ich auch“, sagte Luna. „Er liegt hinter der Silberwolkenbrücke.“

Das Sternenschiff machte sich wieder auf den Weg. Tilli-Funkel sollte ihnen folgen. Doch weil er rückwärts fiel, musste er mit dem Gesicht zu ihnen schauen und in die andere Richtung treiben.

Das war gar nicht so einfach.

„Langsam“, sagte Leni. „Wir bleiben bei dir.“

Sie flogen zur Silberwolkenbrücke. Die Brücke bestand aus vielen kleinen Wolkenstücken, die nebeneinander schwebten. Jeder Schritt darauf machte ein leises „puff“.

Bruno ging zuerst. Puff.

Leni kam hinterher. Puff.

Luna sprang leichtfüßig. Puff-puff.

Pipo flog darüber hinweg und machte gar kein Puff.

Fina schwebte neben Tilli-Funkel her.

Der kleine Stern versuchte, nicht zu sehr zu kullern. Er atmete ein.

Er atmete aus.

Ein.

Aus.

„Das hilft“, sagte er überrascht.

„Atmen hilft oft“, sagte Leni. „Mama macht das mit mir, wenn ich sehr aufgeregt bin.“

Tilli-Funkel atmete wieder. Seine Strahlen zitterten ein bisschen weniger.

Auf der anderen Seite der Brücke lag ein weiter Himmelsgarten. Dort wuchsen keine Blumen, sondern kleine Lichtpunkte aus weichem Moos. Wenn man darüberstrich, flüsterten sie Gute-Nacht-Wünsche.

„Schlaf gut“, flüsterte ein Lichtmoos.

„Träum süß“, flüsterte ein anderes.

„Kuscheldecke nicht vergessen“, murmelte ein drittes.

Bruno blieb stehen. „Das ist ein sehr kluges Moos.“

Leni musste wieder kichern.

Doch Tilli-Funkel wurde plötzlich ganz still.

„Hier war ich schon einmal“, sagte er. „Ich glaube, ich bin nah dran.“

Über ihnen leuchtete ein Sternbild. Es sah wirklich aus wie ein Hase, der auf dem Rücken lag und schlief. Seine Ohren waren lang und schmal. Seine Pfötchen waren eingekuschelt.

„Der schlafende Hase“, flüsterte Leni.

„Dort muss mein Zuhause sein“, sagte Tilli-Funkel.

Aber als er vor Freude schneller werden wollte, passierte es wieder.

„Huch!“

Er fiel rückwärts an allen vorbei, machte drei kleine Kreise und landete in einer Mulde aus Mondstaub.

„Ich kann das nicht“, sagte er traurig.

Sein Licht wurde ein bisschen kleiner.

Nicht dunkel.

Aber müde und matt.

Leni setzte sich neben ihn in den Mondstaub. Der Staub glitzerte auf ihrem Schlafanzug.

„Vielleicht musst du gar nicht versuchen, vorwärts zu fallen“, sagte sie leise.

Tilli-Funkel blinzelte. „Aber alle Sterne gleiten vorwärts in ihr Bett.“

„Vielleicht nicht alle“, sagte Leni. „Vielleicht bist du ein Stern, der andersherum heimfindet.“

Luna legte den Kopf schief. „Das ist ein schöner Gedanke.“

Fina nickte. „Manchmal zeigt ein ungewöhnlicher Weg trotzdem nach Hause.“

Pipo flatterte aufgeregt. „Dann müssen wir nur herausfinden, wie rückwärts richtig geht.“

Bruno setzte sich schwer und gemütlich in den Mondstaub. „Ich kann auch rückwärts zählen. Fünf, vier, drei, zwei, eins. Danach werde ich immer müde.“

„Das probieren wir“, sagte Leni.

Sie stellte sich vor Tilli-Funkel, damit er sie anschauen konnte. Luna stellte sich daneben. Fina schwebte über ihnen. Pipo setzte sich auf Brunos Kopf. Bruno hielt die Wolkendecke bereit.

„Du schaust zu uns“, erklärte Leni. „Und wir gehen langsam dorthin, wo dein Bett ist. Du musst nicht vorwärts. Du darfst rückwärts fallen. Aber ganz ruhig.“

Tilli-Funkel schluckte. „Und wenn ich wieder vorbeikullere?“

„Dann fangen wir dich“, sagte Bruno.

„Oder wir lachen ein bisschen und versuchen es noch einmal“, piepste Pipo.

„Aber freundlich“, fügte Luna hinzu.

Tilli-Funkel lächelte klein.

Leni hob eine Hand.

„Bereit?“

Der kleine Stern nickte.

„Fünf“, sagte Bruno langsam.

Tilli-Funkel atmete ein.

„Vier“, sagte Fina.

Tilli-Funkel atmete aus.

„Drei“, sagte Luna.

Der kleine Stern begann ganz sanft rückwärts zu schweben.

„Zwei“, flüsterte Leni.

Sie gingen langsam mit ihm mit. Schritt für Schritt. Puff. Puff. Puff.

„Eins“, piepste Pipo.

Da glitt Tilli-Funkel ruhig durch die Luft.

Nicht wild.

Nicht schief.

Nicht durcheinander.

Einfach rückwärts.

Und plötzlich sah Leni etwas am Himmel aufleuchten. Zwischen dem großen Stern mit der weichen Spitze und dem schlafenden Hasen war eine kleine Lücke. Genau sternförmig. Genau passend für Tilli-Funkel.

„Da!“, rief Leni leise. „Ist das dein Platz?“

Tilli-Funkel drehte die Augen, so gut ein Stern das konnte.

„Ja“, hauchte er. „Das ist mein Bett.“

Aus der Lücke klang ein liebevolles Glitzern.

„Tilli-Funkel“, riefen mehrere kleine Stimmen. „Da bist du ja.“

Rundherum erschienen andere Sterne. Sie waren etwas größer und etwas ruhiger. Einer hatte einen warmen goldenen Schein. Ein anderer funkelte weich wie Milch. Ein dritter hatte einen Strahl, der aussah wie ein Schlafzipfel.

„Meine Familie“, flüsterte Tilli-Funkel.

„Du bist rückwärts gekommen“, sagte der Stern mit dem Schlafzipfel.

Tilli-Funkel sah verlegen aus. „Ja. Ich konnte nicht anders.“

„Das macht nichts“, sagte der warme goldene Stern. „Hauptsache, du bist da.“

Leni lächelte.

Tilli-Funkel schwebte langsam in seine kleine Lücke. Alle hielten den Atem an.

Er wackelte einmal.

Er wackelte zweimal.

Dann machte es ganz leise: „Pling.“

Und Tilli-Funkel saß genau an seinem Platz.

Sein Licht wurde wieder heller. Nicht hell wie Tag. Sondern weich wie ein Schlaflied.

„Ich passe“, staunte er.

„Natürlich passt du“, sagte Leni.

Die Sternenfamilie funkelte dankbar. Kleine Lichtkringel tanzten durch die Luft und legten sich wie warme Küsse auf Lenis Wangen.

„Danke“, sagte Tilli-Funkel. „Jetzt weiß ich, dass ich auch rückwärts nach Hause finden kann.“

„Und morgen?“ fragte Pipo.

„Morgen übe ich vielleicht vorwärts“, sagte Tilli-Funkel. „Aber nur, wenn ich ausgeschlafen bin.“

Bruno gähnte. „Ausgeschlafen ist sehr wichtig.“

Da gähnte Leni auch.

Erst ein kleines Gähnen.

Dann ein großes.

Dann noch eines, das sie gar nicht aufhalten konnte.

Luna stupste sie sanft mit der Nase an. „Zeit zurückzufahren.“

Fina zog einen Bogen aus Sternenstaub in die Luft. Das Sternenschiff kam lautlos herangeschwebt.

Leni winkte Tilli-Funkel zu.

„Gute Nacht.“

„Gute Nacht, Leni“, sagte der kleine Stern. „Wenn du einmal nicht weißt, wo vorne ist, denk daran: Manchmal darf man langsam rückwärts gehen.“

„Das merke ich mir“, sagte Leni.

Sie kletterte ins Sternenschiff. Bruno legte ihr wieder die Wolkendecke um. Pipo kuschelte sich in eine kleine Falte der Decke. Fina setzte sich an den Rand des Schiffs, und Luna schaute zum schlafenden Hasen hinauf.

Das Sternenschiff glitt los.

Unter ihnen funkelte Tilli-Funkel an seinem Platz. Er sah jetzt nicht mehr verwirrt aus. Er sah friedlich aus.

Der Himmel wurde ruhiger.

Die Lichtmoose flüsterten nur noch ganz leise.

Die Silberwolkenbrücke machte schläfrige Puff-Geräusche.

Die Schlafschäfchen schnarchten immer noch „mäh-mmm, mäh-mmm“.

Und der Mond schaute freundlich zu.

Leni lehnte sich zurück. Ihre Augen wurden schwer.

„Luna?“ murmelte sie.

„Ja?“

„Glaubst du, Sterne träumen auch?“

„Bestimmt“, sagte Luna.

„Wovon?“

Fina lächelte. „Vielleicht von Kindern, die ihnen helfen.“

Pipo gähnte. „Oder von Krümeln aus Mondkuchen.“

Bruno nickte schläfrig. „Mondkuchen ist ein sehr guter Traum.“

Leni lächelte mit geschlossenen Augen.

Das Sternenschiff kam an ihrem Fenster an. Es war noch immer einen Spalt offen. In ihrem Zimmer warteten das warme Nachtlicht, der Teddyplatz und ihr weiches Bett.

Bruno hob Leni vorsichtig hinein.

Sie merkte kaum, wie ihre Füße unter die Decke rutschten.

Luna zog die Decke bis zu Lenis Schultern hoch.

Fina streute einen winzigen Sternenfunken über das Kissen.

Pipo legte eine kleine blaue Feder neben den Teddy.

„Für gute Träume“, piepste er.

Leni öffnete die Augen noch einmal ganz kurz.

Durch das Fenster sah sie den Himmel.

Dort funkelte Tilli-Funkel.

Ganz klein.

Ganz ruhig.

Ganz richtig.

Er blinkte einmal.

Dann noch einmal.

Als würde er sagen: Ich bin zu Hause.

Leni kuschelte sich tiefer in ihr Kissen.

„Gute Nacht, kleiner Rückwärtsstern“, flüsterte sie.

Draußen strich der Nachtwind sanft an der Fensterscheibe vorbei.

Das Sternenschiff wurde zu einem goldenen Punkt.

Der goldene Punkt wurde zu einem winzigen Funkeln.

Und das Funkeln verschwand zwischen den Sternen.

In Lenis Zimmer war alles still.

Das Nachtlicht leuchtete.

Der Teddy schlief.

Die Decke war warm.

Und Leni träumte von einer weichen Wolkenbrücke, von einem schlafenden Hasen am Himmel und von einem kleinen Stern, der rückwärts gefallen war und trotzdem genau den richtigen Platz gefunden hatte.

Denn manchmal findet man den Weg nicht so, wie alle anderen ihn finden.

Manchmal braucht man nur Freunde, ein bisschen Ruhe und jemanden, der sagt:

Du passt.

Genau hier.

Gute Nacht.