Lenis Traumwelt - Geschichten zum Träumen
Zurück zur Übersicht
Leni steht mit Luna, Pipo, Fina, Bruno und dem kleinen Flimmer vor einer großen goldenen Traumtür im Sternenhimmel, während ein leuchtender Sternenschlüssel warmes Licht verbreitet.

ca. 10 Min. · 1.453 Wörter

Der verlorene Sternenschlüssel

Es war eine ruhige, glitzernde Nacht.

Draußen leuchteten die Sterne besonders hell. Der Mond hing rund und golden am Himmel, und kleine Wolken zogen langsam vorbei.

In ihrem Bett kuschelte sich Leni tief unter ihre Decke.

Ihr Teddy lag neben ihr.

Das kleine Nachtlicht leuchtete warm und gemütlich.

Mama hatte gerade die Tür leise geschlossen.

„Schlaf schön, meine kleine Sternenreisende“, hatte sie geflüstert.

Leni lächelte müde.

„Gute Nacht.“

Dann wurde alles still.

Ganz still.

Doch plötzlich…

„Kling… kling…“

Leni blinzelte.

„Hm?“

Wieder erklang das Geräusch.

„Kling… kling…“

Es hörte sich an wie ein kleines Glöckchen aus Sternenlicht.

Und direkt danach summte draußen etwas vertraut.

„Bsssssssss…“

Leni setzte sich sofort auf.

„Das Sternenschiff!“

Sie lief schnell zum Fenster.

Und dort schwebte tatsächlich das kleine Sternenschiff mitten in der Nacht.

Die Tür öffnete sich langsam.

Luna winkte freundlich.

Pipo flatterte aufgeregt durch die Luft.

Fina schaute neugierig aus der Tür.

Und Bruno, der große gemütliche Bär, hielt eine kleine Laterne aus Mondlicht.

„Hallo, Leni“, sagte Luna sanft.

„Heute brauchen wir deine Hilfe.“

Leni zog schnell ihre Sternenschuhe an.

„Was ist denn passiert?“

Pipo flatterte wild im Kreis.

„Der Sternenschlüssel ist verschwunden!“

Leni machte große Augen.

„Ein Schlüssel?“

Bruno nickte langsam.

„Ein sehr wichtiger.“

„Der wichtigste Schlüssel im ganzen Nachthimmel“, erklärte Fina leise.

Leni staunte.

„Wofür ist er denn?“

Luna zeigte nach oben zum Himmel.

„Mit dem Sternenschlüssel wird jede Nacht die große Traumtür geöffnet.“

„Und hinter der Traumtür wohnen die Schlaflieder.“

„Und die schönen Träume“, ergänzte Bruno.

„Und die leisen Nachtwinde“, piepste Pipo.

Leni schaute überrascht.

„Und jetzt ist der Schlüssel weg?“

Luna nickte besorgt.

„Ja.“

„Und wenn wir ihn nicht finden, bleibt die Traumtür geschlossen.“

Leni dachte kurz nach.

Dann nickte sie entschlossen.

„Dann suchen wir ihn!“

„Jaaa!“, rief Pipo begeistert.

Die Freunde stiegen gemeinsam ins Sternenschiff.

Drinnen leuchteten kleine Sternenlampen an den Wänden.

Der Boden glitzerte wie goldener Staub.

Und vorne blinkte heute eine besondere Karte.

Darauf funkelten kleine goldene Punkte.

„Das sind die letzten Spuren des Schlüssels“, erklärte Luna.

„Dann los!“, sagte Leni.

Das Sternenschiff hob mit einem sanften Summen ab.

Es flog hinaus in die Nacht.

Vorbei an schlafenden Wolken.

Vorbei an blinkenden Sternen.

Vorbei am großen Mond.

Leni drückte ihre Nase ans Fenster.

„Wo suchen wir zuerst?“

Fina schnupperte vorsichtig.

„Ich rieche Sternenstaub.“

„Und Vanillewolken.“

Bruno nickte.

„Das bedeutet, der Schlüssel war hier irgendwo.“

Plötzlich begann die Karte vorne zu blinken.

„Piep! Piep!“

Pipo flatterte sofort zum Steuer.

„Da vorne!“

Vor ihnen erschien langsam etwas Riesiges.

Es sah aus wie ein Labyrinth aus Wolken.

Hohe weiße Wände schwebten im Himmel.

Zwischen ihnen glitzerten kleine Sterne.

„Das Wolkenlabyrinth“, sagte Luna leise.

Leni staunte.

„Woooow.“

Die Wolkenwege drehten und bogen sich in alle Richtungen.

Manche Wege endeten plötzlich.

Andere verschwanden im Nebel.

„Vielleicht ist der Schlüssel dort hineingeweht worden“, murmelte Bruno.

Das Sternenschiff landete vorsichtig am Eingang des Labyrinths.

Die Freunde stiegen aus.

Der Boden fühlte sich weich an wie Watte.

„Ganz schön groß“, sagte Leni.

Pipo flatterte mutig vor.

„Ich finde den Schlüssel!“

Doch sofort bog er falsch ab.

„Ups.“

Fina grinste leise.

Luna hob ihre kleine Sternenlaterne.

„Wir bleiben zusammen.“

Die Freunde liefen langsam durch das Labyrinth.

Überall glitzerten kleine Wolkenlichter.

Die Wände schimmerten silbern.

Und manchmal hörte man ein leises:

„Wuuuuuusch…“

„Der Wind“, flüsterte Leni.

Bruno nickte langsam.

„Hier drinnen verirrt sich der Wind oft.“

Plötzlich entdeckte Leni etwas am Boden.

„Da!“

Zwischen den Wolken funkelte etwas Goldenes.

Leni hob es vorsichtig auf.

Es war ein winziger Stern.

„Gehört der zum Schlüssel?“, fragte sie.

Luna schaute ihn genau an.

„Ja.“

„Der Sternenschlüssel verliert manchmal kleine Sternenspuren.“

Pipo flatterte begeistert.

„Wir sind auf dem richtigen Weg!“

Die Freunde liefen weiter.

Doch plötzlich…

„RUMMS!“

Vor ihnen schloss sich eine Wolkenwand.

„Oh!“, piepste Pipo erschrocken.

„Der Weg ist weg!“

Fina schaute nach links.

„Vielleicht dort entlang.“

Doch auch dort endete der Weg plötzlich.

Leni schaute sich um.

„Jetzt haben wir uns verirrt.“

Bruno setzte sich gemütlich hin.

„Dann denken wir erst einmal nach.“

„Genau“, sagte Luna ruhig.

„Im Labyrinth hilft Hektik nie.“

Leni setzte sich neben Bruno.

Der große Bär war warm und weich.

„Aber wie finden wir den richtigen Weg?“

Da bemerkte Fina plötzlich etwas.

„Hört mal.“

Alle wurden still.

Ganz weit entfernt erklang ein leises Geräusch.

„Kling… kling…“

Leni machte große Augen.

„Das klingt wie der Schlüssel!“

Luna nickte.

„Das muss er sein.“

Die Freunde folgten vorsichtig dem Geräusch.

Links herum.

Dann rechts.

Dann durch einen schmalen Wolkengang.

Das Klingeln wurde lauter.

„Kling… kling…“

Doch plötzlich hörten sie noch etwas anderes.

Ein leises Schluchzen.

„Schnief…“

Leni blieb sofort stehen.

„Da weint jemand.“

Hinter einer kleinen Wolkenwand saß ein winziges Wesen.

Es war kaum größer als ein Kissen.

Sein Fell glitzerte silbern.

Und es hatte kleine Sternenohren.

„Hallo“, sagte Leni vorsichtig.

Das Wesen erschrak.

„Oh!“

„Wer bist du denn?“, fragte Bruno freundlich.

Das kleine Wesen schniefte.

„Ich heiße Flimmer.“

„Warum weinst du?“, fragte Fina sanft.

Flimmer senkte traurig den Kopf.

„Weil ich alles durcheinandergebracht habe.“

Luna setzte sich vorsichtig daneben.

„Was meinst du?“

Flimmer zeigte hinter sich.

Und dort…

lag etwas Großes, Goldenes und Funkelndes.

Der Sternenschlüssel!

Leni staunte.

„Da ist er!“

Pipo flatterte begeistert durch die Luft.

„Wir haben ihn gefunden!“

Doch Flimmer begann wieder zu schluchzen.

„Es tut mir leid.“

„Ich wollte nur einmal einen echten Sternenschlüssel sehen.“

„Und dann habe ich ihn heimlich genommen.“

„Aber plötzlich hat der Wind ihn ins Labyrinth geweht.“

Leni setzte sich neben das kleine Wesen.

„Du wolltest ihn bestimmt nicht verlieren.“

Flimmer schüttelte traurig den Kopf.

„Nein.“

„Jetzt kann niemand die Traumtür öffnen.“

Bruno legte seine große Tatze vorsichtig neben Flimmer.

„Fehler passieren.“

Fina nickte.

„Wichtig ist, dass man ehrlich ist.“

Flimmer schaute langsam auf.

„Seid ihr nicht böse?“

Leni lächelte freundlich.

„Nein.“

„Aber wir müssen den Schlüssel schnell zurückbringen.“

Plötzlich begann der Sternenschlüssel hell zu leuchten.

„Kling! Kling!“

Luna schaute erschrocken zum Himmel.

„Oh nein.“

„Die Traumtür wartet schon.“

„Wir müssen sofort los!“

Bruno hob den goldenen Schlüssel vorsichtig hoch.

Er war wunderschön.

Überall funkelten kleine Sterne darauf.

Und in der Mitte leuchtete ein großer Mondstein.

Die Freunde rannten zurück durch das Labyrinth.

Diesmal zeigte der Schlüssel ihnen den Weg.

Immer wenn sie richtig liefen, klingelte er leise.

„Kling… kling…“

Und wenn sie falsch abbogen, wurde er still.

„Das ist praktisch“, sagte Pipo begeistert.

Endlich erreichten sie wieder das Sternenschiff.

Alle sprangen schnell hinein.

„Festhalten!“, rief Luna.

Das Sternenschiff hob blitzschnell ab.

Es raste durch die Nacht.

Vorbei an Sternen.

Vorbei an Wolken.

Vorbei am Mond.

Ganz hoch oben am Himmel erschien nun etwas Riesiges.

Eine große goldene Tür aus Licht.

Sie war wunderschön.

Überall darauf glitzerten Monde und Sterne.

Doch sie war verschlossen.

Und dahinter hörte man leise Schlafmusik.

„Das ist die Traumtür“, flüsterte Leni.

Vor der Tür warteten bereits viele kleine Sternenwichtel.

Sie sahen nervös aus.

„Der Schlüssel!“

„Sie haben ihn gefunden!“

Luna landete das Sternenschiff vorsichtig vor der Tür.

Bruno brachte den Sternenschlüssel nach vorne.

Doch plötzlich zitterte Flimmer.

„Ich traue mich nicht.“

„Wovor?“, fragte Leni.

„Alle sind bestimmt böse auf mich.“

Leni nahm vorsichtig seine kleine Hand.

„Komm mit.“

Gemeinsam gingen sie zur großen Traumtür.

Ein alter Sternenwächter trat vor.

Er hatte einen langen Mantel aus Mondlicht.

„Der Sternenschlüssel“, sagte er erleichtert.

Dann bemerkte er Flimmer.

Das kleine Wesen versteckte sich sofort hinter Leni.

„Es tut mir leid“, flüsterte es.

Der Sternenwächter schaute einen Moment ernst.

Dann lächelte er sanft.

„Du hast einen Fehler gemacht.“

Flimmer nickte traurig.

„Aber du hast geholfen, ihn zurückzubringen.“

Langsam schaute Flimmer auf.

„Wirklich?“

„Ja.“

Der Sternenwächter nickte freundlich.

„Und jetzt öffnen wir gemeinsam die Traumtür.“

Er reichte Flimmer den Schlüssel.

Das kleine Wesen machte große Augen.

„Ich?“

„Ja.“

Ganz vorsichtig steckte Flimmer den goldenen Schlüssel ins Schloss.

Dann drehte es ihn langsam herum.

„Kling… klong…“

Die riesige Traumtür begann zu leuchten.

Goldenes Licht strömte hervor.

Und plötzlich…

öffneten sich die Türen langsam.

Wunderschöne Schlaflieder flogen hinaus in die Nacht.

Kleine Traumlichter wirbelten durch den Himmel.

Sanfte Nachtwinde tanzten zwischen den Sternen.

Und überall begann es friedlich zu glitzern.

„Woooow“, flüsterte Leni.

Die ganze Nacht fühlte sich plötzlich warm und ruhig an.

Der Sternenwächter lächelte.

„Die Träume können nun wieder reisen.“

Flimmer strahlte glücklich.

„Danke.“

Pipo flatterte fröhlich im Kreis.

„Geschafft!“

Die Freunde lachten.

Dann wurde es langsam Zeit nach Hause zu fliegen.

Das Sternenschiff brachte Leni zurück zu ihrem Fenster.

Draußen blinkten die Sterne nun besonders hell.

„Danke für das Abenteuer“, murmelte Leni müde.

„Danke dir“, sagte Luna sanft.

„Heute hast du nicht nur den Schlüssel gefunden.“

„Sondern auch jemandem geholfen, mutig zu sein.“

Leni lächelte.

Dann kuschelte sie sich tief unter ihre Decke.

Ihr Nachtlicht leuchtete warm.

Draußen zog der Mond langsam weiter.

Und hoch oben am Himmel…

stand die große Traumtür weit offen.

Lenis Augen wurden schwer.

Ganz leise hörte sie noch einmal:

„Kling… kling…“

Dann schlief sie glücklich ein.