Lenis Traumwelt - Geschichten zum Träumen
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Leni steht mit Luna dem glitzernden Hasen, Fina dem Sternenfuchs, Pipo dem leuchtenden Vogel und Bruno dem gemütlichen Bären in einem magischen schlafenden Himmelswald, während eine riesige Blume den silbernen Traumwind freilässt und kleine Glühwürmchen zwischen funkelnden Bäumen leuchten.

ca. 11 Min. · 1.616 Wörter

Der schlafende Zauberwald im Himmel

Es war eine besonders ruhige Nacht.

Draußen glitzerte der Himmel voller Sterne. Der Mond hing groß und rund über den Dächern, und ein sanfter Wind strich am Fenster vorbei.

Leni lag schon in ihrem Bett.

Ihr Teddy kuschelte sich unter ihren Arm, und neben ihrem Kopfkissen lag der kleine Traumstern, den sie von ihren Freunden bekommen hatte.

Mama hatte ihr gerade einen Gute-Nacht-Kuss gegeben.

„Schlaf schön, meine kleine Sternenreisende“, hatte sie leise gesagt.

Leni lächelte.

Dann schaute sie noch einmal aus dem Fenster.

„Gute Nacht, Mond“, flüsterte sie.

„Gute Nacht, Sterne.“

Und genau in diesem Moment …

glitzerte ihr Traumstern plötzlich heller.

Ganz leise hörte sie ein vertrautes Geräusch.

„Pssst … Leni …“

Leni setzte sich sofort auf.

Ein kleines Funkeln tanzte vor ihrem Fenster.

Dann erschienen nacheinander ihre Freunde.

Zuerst Luna, der Sternenhase, mit seinen langen glitzernden Ohren.

Dann Pipo, der kleine leuchtende Vogel, der fröhlich mit den Flügeln flatterte.

Fina, der Sternenfuchs, lugte vorsichtig hinter Luna hervor.

Und zuletzt Bruno, der große gemütliche Bär, der wie immer ein wenig verschlafen aussah.

„Hallo, Leni“, sagte Luna freundlich.

„Heute brauchen wir wieder deine Hilfe.“

Leni rutschte schnell aus dem Bett.

„Was ist denn passiert?“

Pipo flatterte aufgeregt im Kreis.

„Der Zauberwald schläft ein!“

„Ein Wald schläft doch immer nachts“, sagte Leni verwundert.

Fina schüttelte den Kopf.

„Nicht so“, flüsterte sie.

„Dieser Wald wacht gar nicht mehr auf.“

Leni staunte.

„Gar nicht?“

Bruno nickte langsam.

„Alle Tiere schlafen tief und fest.“

„Sogar die Glühwürmchen“, piepste Pipo.

„Und die kleinen Wolkeneulen.“

Luna wurde ernst.

„Der Traumwind ist verschwunden.“

Leni legte den Kopf schief.

„Der Traumwind?“

„Ja“, erklärte Luna.

„Der Traumwind fliegt jede Nacht durch den Zauberwald. Er bringt schöne Träume, sanfte Geräusche und weckt morgens die Tiere wieder auf.“

„Aber jetzt ist er weg“, sagte Fina leise.

„Und ohne ihn bleibt alles still.“

Leni überlegte kurz.

Dann nickte sie entschlossen.

„Dann müssen wir ihn suchen!“

„Genau das haben wir gehofft“, sagte Luna lächelnd.

Draußen begann bereits das kleine Sternenschiff zu leuchten.

Die Tür öffnete sich mit einem sanften „Pfffft“.

Leni kletterte hinein.

Drinnen war alles warm und gemütlich.

Der Boden funkelte wie Sternenstaub, und die kleinen Lampen blinkten golden.

Bruno setzte sich vorsichtig auf seinen Lieblingsplatz.

Pipo flatterte vorne zum Steuer.

„Alle bereit?“

„Bereit!“, rief Leni fröhlich.

„Dann los!“

Mit einem leisen Summen hob das Sternenschiff ab.

Es flog hinaus in die Nacht.

Vorbei an glitzernden Wolken.

Vorbei an kleinen Sterneninseln.

Vorbei am schlafenden Mond.

Leni drückte ihre Nase ans Fenster.

„Wie schön das aussieht“, flüsterte sie.

Unter ihnen funkelten tausende kleine Lichter.

Manche Sterne blinkten blau.

Andere golden.

Und manche sahen aus wie winzige schlafende Augen.

Nach einer Weile wurde der Himmel plötzlich dunkler.

Große silberne Wolken schwebten vor ihnen.

Und dahinter …

tauchte langsam der Zauberwald auf.

Leni staunte.

Die Bäume waren riesig.

Ihre Äste glitzerten wie Kristalle.

Die Blätter schimmerten silbern und blau.

Normalerweise, erklärte Luna, leuchtete der ganze Wald nachts bunt und fröhlich.

Doch heute …

war alles still.

Keine Musik.

Kein Rascheln.

Keine kleinen Lichter.

Nicht einmal ein einziges Glühwürmchen flog herum.

Das Sternenschiff landete sanft zwischen den Bäumen.

Leni stieg vorsichtig aus.

Der Boden fühlte sich weich an wie Moos.

„Es ist ganz still“, flüsterte sie.

Sogar Bruno sprach plötzlich leiser.

„Zu still.“

Pipo flatterte langsam voraus.

„Vielleicht finden wir irgendwo eine Spur.“

Die Freunde liefen vorsichtig durch den Wald.

Überall schliefen Tiere.

Kleine Wolkenhasen lagen eingerollt unter den Bäumen.

Winzige Sternenmäuse kuschelten sich aneinander.

Auf einem Ast saß eine Eule mit geschlossenen Augen.

Sie schnarchte ganz leise.

„Huuu … schnarch … huuu …“

Leni musste kichern.

„Die klingt lustig.“

Doch Luna schaute besorgt.

„Normalerweise würden die Tiere längst wieder aufwachen.“

Fina schnupperte vorsichtig in die Luft.

„Ich rieche etwas.“

„Was denn?“, fragte Leni.

„Lavendel … und Regen.“

Bruno nickte langsam.

„Das rieche ich auch.“

Pipo flatterte plötzlich aufgeregt zurück.

„Kommt schnell! Ich habe etwas entdeckt!“

Die Freunde liefen hinter ihm her.

Zwischen den silbernen Bäumen stand eine kleine Windmühle aus Wolkenholz.

Doch sie drehte sich nicht.

Ganz unten lag etwas Glitzerndes.

Leni hob es vorsichtig auf.

Es war eine kleine silberne Feder.

Sie leuchtete ganz schwach.

„Das gehört dem Traumwind!“, sagte Luna erstaunt.

„Wirklich?“, fragte Leni.

Luna nickte.

„Der Traumwind trägt silberne Federn.“

Fina schaute sich um.

„Vielleicht ist er hier vorbeigeflogen.“

Bruno deutete auf kleine glitzernde Spuren am Boden.

„Da entlang.“

Die Freunde folgten den winzigen Spuren tiefer in den Wald.

Je weiter sie gingen, desto dunkler wurde es.

Die Bäume standen dichter zusammen.

Der Wind rauschte kaum noch.

Und plötzlich …

hörten sie ein leises Wimmern.

„Hmmm … schnief …“

Leni blieb sofort stehen.

„Habt ihr das gehört?“

Wieder erklang das Geräusch.

„Schnief …“

Die Freunde schauten sich vorsichtig um.

Dann entdeckte Fina etwas zwischen den Wurzeln eines großen Baumes.

Dort saß eine winzige Wolke.

Sie war klein, rund und zitterte leicht.

Und sie weinte.

„Oh!“, sagte Leni sofort.

„Warum weinst du denn?“

Die kleine Wolke erschrak.

„Ich … ich wollte das nicht!“

Luna trat vorsichtig näher.

„Was meinst du?“

Die Wolke schniefte.

„Der Traumwind ist meinetwegen verschwunden.“

Alle staunten.

„Wie denn das?“, fragte Bruno sanft.

Die kleine Wolke wischte sich die Tränen weg.

„Ich heiße Wölkchen.“

„Und ich wollte einmal selbst Wind machen.“

Pipo flatterte neugierig näher.

„Du?“

Wölkchen nickte traurig.

„Der Traumwind kann so schön durch die Bäume pusten … also habe ich versucht, genauso zu werden.“

„Und dann?“, fragte Leni leise.

„Dann habe ich ganz doll gepustet.“

Wölkchen machte ein kleines „Pfffffff“.

„Aber plötzlich wurde der Traumwind fortgeblasen.“

„Oh je“, murmelte Bruno.

„Ich wollte das nicht“, schluchzte Wölkchen.

„Jetzt schlafen alle Tiere weiter … und ich finde den Traumwind nicht mehr.“

Leni setzte sich neben die kleine Wolke.

„Du musst nicht weinen.“

„Wirklich?“

„Nein“, sagte Leni freundlich.

„Wir helfen dir.“

Luna lächelte.

„Gemeinsam finden wir ihn bestimmt.“

Die kleine Wolke schaute vorsichtig auf.

„Meint ihr?“

„Natürlich!“, piepste Pipo.

Bruno nickte.

„Zusammen schaffen wir das.“

Wölkchen lächelte zum ersten Mal ganz vorsichtig.

Dann schnupperte Fina plötzlich wieder in die Luft.

„Da ist etwas!“

Alle schauten sie an.

„Ich rieche den Traumwind.“

„Wo?“, fragte Leni aufgeregt.

Fina zeigte zwischen zwei leuchtenden Bäumen hindurch.

„Dort hinten.“

Die Freunde liefen los.

Vorbei an schlafenden Sternenschafen.

Vorbei an glitzernden Blumen.

Vorbei an einem kleinen Bach aus Mondlicht.

Dann erreichten sie eine große Lichtung.

Mitten darauf stand eine riesige Blume.

Sie war geschlossen wie eine Knospe.

Und aus ihrem Inneren hörte man ein leises:

„Whooooo …“

Luna staunte.

„Der Traumwind!“

Die Freunde liefen näher.

Doch die Blume öffnete sich nicht.

„Vielleicht steckt er darin fest“, sagte Leni.

Bruno drückte vorsichtig gegen die Blätter.

„Ganz schön fest.“

Pipo flatterte um die Blume herum.

„Wie bekommen wir sie auf?“

Die kleine Wolke senkte traurig den Blick.

„Das ist bestimmt alles meine Schuld.“

Leni dachte kurz nach.

Dann erinnerte sie sich an etwas.

„Vielleicht braucht die Blume etwas Schönes.“

„Wie meinst du das?“, fragte Luna.

Leni lächelte.

„Wenn jemand traurig ist, helfen doch manchmal liebe Worte.“

Bruno nickte langsam.

„Das stimmt.“

Also stellte sich Leni vor die große Blume.

Und ganz sanft sagte sie:

„Lieber Traumwind … wir möchten dir helfen.“

Pipo piepste leise:

„Der Zauberwald vermisst dich.“

Fina sagte:

„Und die Tiere möchten wieder aufwachen.“

Bruno legte seine große Tatze auf die Blume.

„Du bist wichtig.“

Und sogar die kleine Wolke flüsterte:

„Es tut mir leid.“

Einen Moment lang blieb alles still.

Dann …

begann die riesige Blume plötzlich zu leuchten.

Die Blätter öffneten sich langsam.

Und daraus wirbelte etwas Silbernes hervor.

„Whoooooosh!“

Ein sanfter, glitzernder Wind tanzte über die Lichtung.

Er wirbelte um Leni herum.

Durch Brunos Fell.

Unter Pipos Flügel.

Zwischen Finas Schwanzhaaren.

Und über die kleine Wolke.

Der Traumwind war frei!

Er funkelte wie tausend kleine Sterne.

Und er klang wie ein leises Schlaflied.

„Whoooo … whoooo …“

Die Bäume begannen zu rauschen.

Die Blumen öffneten sich.

Die silbernen Blätter glitzerten wieder hell.

Und überall im Wald begannen kleine Lichter aufzuleuchten.

Die Glühwürmchen wachten auf!

„Da!“, rief Pipo fröhlich.

Überall flogen nun kleine goldene Punkte durch die Luft.

Auch die Tiere wachten langsam auf.

Die Eulen blinzelten.

Die Sternenmäuse streckten sich.

Die Wolkenhasen hüpften verschlafen aus ihren Nestern.

Der Zauberwald lebte wieder!

Die kleine Wolke schaute staunend umher.

„Es funktioniert!“

Der Traumwind wirbelte sanft um sie herum.

Ganz vorsichtig stupste er Wölkchen an.

Fast so, als wollte er sagen:

Alles ist gut.

Wölkchen lächelte glücklich.

„Er ist gar nicht böse.“

„Natürlich nicht“, sagte Leni.

„Jeder macht mal einen Fehler.“

Bruno nickte.

„Wichtig ist, dass man ehrlich ist.“

„Und Freunde hat“, sagte Fina leise.

Pipo drehte fröhliche Kreise in der Luft.

„Und dass am Ende alles wieder gut wird!“

Der Traumwind rauschte sanft durch die Bäume.

Nun klang der ganze Wald wie ein wunderschönes Schlaflied.

Die Tiere kuschelten sich zufrieden zusammen.

Und hoch oben blinkten die Sterne besonders hell.

Luna lächelte.

„Der Zauberwald schläft jetzt wieder richtig.“

„Nicht zu tief“, kicherte Leni.

Alle lachten leise.

Dann wurde es langsam Zeit nach Hause zu fliegen.

Die Freunde verabschiedeten sich vom Zauberwald.

Die kleine Wolke winkte ihnen fröhlich hinterher.

„Danke!“

„Bis bald!“, rief Leni.

Dann stiegen alle wieder ins Sternenschiff.

Mit einem sanften Summen hob es ab.

Unter ihnen leuchtete der Zauberwald nun wieder wunderschön.

Überall glitzerten kleine Lichter.

Und der Traumwind tanzte zwischen den Bäumen.

Leni gähnte leise.

„Ich bin müde.“

Bruno lächelte gemütlich.

„Das macht der Traumwind.“

Pipo flatterte langsamer.

Fina kuschelte sich zusammen.

Und Luna steuerte das Schiff sanft durch die Nacht.

Schon bald erreichten sie Lenis Fenster.

Das Sternenschiff landete leise auf der Fensterbank.

Leni kletterte zurück in ihr Bett.

„Danke für das Abenteuer“, flüsterte sie.

„Danke dir“, sagte Luna.

„Ohne dich hätten wir den Traumwind nicht gefunden.“

Leni kuschelte sich unter ihre Decke.

Draußen blinkten die Sterne.

Ganz sanft wehte plötzlich ein kleiner Windhauch durchs Fenster.

„Whoooo …“

Leni lächelte müde.

„Gute Nacht, Traumwind.“

Dann schloss sie langsam die Augen.

Und während draußen die Sterne leuchteten …

schlief Leni glücklich ein. 🌙✨