Lenis Traumwelt - Geschichten zum Träumen
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Leni sitzt mit Luna, Pipo, Bruno und Fina auf dem warm leuchtenden Planeten Drachenheim neben Milo, dem kleinen Sternendrachen, während tausende sanfte Sternenfunken den Nachthimmel erhellen und das kleine Raumschiff im Hintergrund schimmert.

ca. 8 Min. · 1.079 Wörter

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Der kleine Sternendrache ohne Feuer

Es war eine besonders klare Nacht.

Der Himmel funkelte heller als sonst, und Leni lag in ihrem Bett, eingekuschelt unter ihre weiche Decke. Sie hielt ihren kleinen Traumstern ganz fest in der Hand.

„Ob wir heute wieder reisen?“, flüsterte sie leise.

Kaum hatte sie das gesagt, begann der Stern sanft zu glühen.

„Pssst… Leni…“

Leni lächelte sofort.

„Ich komme!“

Am Fenster warteten schon ihre Freunde: Luna, der Sternenhase, Pipo, der leuchtende Vogel, Bruno, der große, gemütliche Bär und Fina, der flinke Sternenfuchs.

„Heute wird es besonders spannend“, sagte Luna geheimnisvoll.

Leni kletterte schnell ins kleine Raumschiff.

„Wohin fliegen wir?“

Pipo flatterte aufgeregt. „Zu den Drachensternen!“

„Drachen?!“, rief Leni erstaunt.

Bruno nickte langsam. „Keine Angst… die meisten sind freundlich.“

Das Raumschiff summte leise und hob ab.

Durch funkelnde Sternenstraßen und vorbei an leuchtenden Nebeln flogen sie immer weiter… bis sie einen warm glühenden Planeten erreichten.

Er sah aus wie eine Mischung aus glühenden Felsen, goldenen Wolken und funkelnden Höhlen.

„Das ist Drachenheim“, sagte Luna.

Kaum waren sie gelandet, hörten sie ein lautes Fauch!

Ein großer, prächtiger Drache flog über sie hinweg und spuckte eine lange, goldene Flamme in den Himmel.

Leni staunte. „Wow…“

Doch plötzlich hörte sie ein leises Schluchzen.

Ganz hinten, hinter einem kleinen Felsen, saß jemand.

Ein kleiner Drache.

Er war viel kleiner als die anderen. Seine Schuppen glitzerten zart wie Sternenstaub… aber sein Licht war schwach.

„Hallo?“, fragte Leni vorsichtig.

Der kleine Drache zuckte zusammen.

„Oh… hallo…“

„Warum bist du hier ganz alleine?“, fragte Fina sanft.

Der Drache schaute auf den Boden.

„Weil ich nicht dazu gehöre…“

Leni setzte sich neben ihn. „Wie heißt du?“

„Ich heiße Milo…“

„Was ist denn passiert, Milo?“, fragte Bruno ruhig.

Milo schniefte.

„Alle Drachen hier können Feuer spucken… große, helle Flammen…“ Er zeigte zum Himmel, wo gerade wieder ein Drache eine Feuerwolke malte.

„Aber ich… ich kann das nicht.“

Er öffnete vorsichtig sein Maul… und es kam nur ein kleines, schwaches Puff heraus. Ein bisschen glitzernder Staub fiel zu Boden.

Milo senkte traurig den Kopf. „Sie lachen über mich… sagen, ich bin kein richtiger Drache…“

Leni spürte ein Ziehen im Herzen.

„Das ist gemein“, sagte sie.

Pipo flatterte empört. „Sehr gemein!“

Luna legte den Kopf schief. „Vielleicht bist du einfach ein besonderer Drache.“

Milo schüttelte traurig den Kopf. „Nein… ich bin einfach falsch…“

Leni dachte kurz nach.

Dann lächelte sie. „Weißt du was? Wir finden heraus, was du kannst.“

Milo schaute vorsichtig auf. „Wirklich?“

„Ja!“, sagte Leni bestimmt.

Die Freunde gingen gemeinsam über den Planeten.

Überall sahen sie Drachen, die Feuer spuckten, Funken sprühten und ihre Flammen in den Himmel malten.

„Versuch es nochmal“, sagte Fina.

Milo atmete tief ein…

„Fuuuu…“

Wieder kam nur ein sanftes Glitzern heraus.

Doch diesmal passierte etwas anderes.

Die kleinen Glitzerfunken schwebten nicht einfach zu Boden…

Sie blieben in der Luft.

Und begannen zu leuchten.

„Oh!“, rief Leni.

Die Funken formten kleine, schimmernde Sterne.

Ganz sanft… ganz ruhig.

„Das… das habe ich noch nie gesehen“, flüsterte Bruno.

Milo blinzelte überrascht. „Ich auch nicht…“

Pipo flog näher heran. „Das ist wunderschön!“

Die kleinen Sterne tanzten um sie herum wie leise Lichter.

Luna lächelte. „Das ist kein Feuer… das ist Sternenmagie.“

Milo schaute seine eigenen Funken an.

Zum ersten Mal wirkte er nicht traurig.

„Meinst du… das ist etwas Gutes?“

Leni nickte ganz fest. „Das ist sogar etwas ganz Besonderes!“

Doch plötzlich hörten sie ein lautes Rufen.

„Hilfe! Hilfe!“

Ein großer Drache kam angeflogen.

„Unser Feuer… es funktioniert nicht mehr!“

Die Freunde schauten sich erschrocken an.

Überall versuchten Drachen, Feuer zu spucken…

doch es kamen nur kleine, schwache Flämmchen.

„Was ist passiert?“, fragte Leni.

Der große Drache schnaufte. „Ein starker Sternenwind hat unsere Feuerkraft durcheinandergebracht… wir können den Himmel heute Nacht nicht erleuchten!“

Alle Drachen wirkten besorgt.

Der Himmel über Drachenheim wurde langsam dunkler.

„Oh nein…“, flüsterte Pipo.

Milo trat einen Schritt zurück. „Ich… ich kann sowieso nicht helfen…“

Doch Leni nahm seine kleine Drachenkralle.

„Doch. Du kannst.“

Milo schaute sie unsicher an.

„Aber ich habe kein Feuer…“

Leni lächelte. „Du brauchst keins.“

Sie zeigte nach oben.

Der Himmel war fast dunkel.

„Was passiert, wenn du deine Sternenfunken dorthin schickst?“

Milo zögerte.

Alle Drachen schauten jetzt zu ihm.

Einige flüsterten. „Das ist doch der kleine ohne Feuer…“

Milo schluckte.

Dann erinnerte er sich an Lenis Worte.

Langsam atmete er tief ein.

Und pustete…

Pfffff…

Wieder kamen die kleinen glitzernden Funken.

Doch diesmal…

schickte er sie hoch in den Himmel.

Die Funken flogen immer höher…

und plötzlich…

leuchteten sie auf.

Einer… zwei… zehn… hundert kleine Sterne erschienen am Himmel.

„Woooaaah…“, staunte Leni.

Die Drachen schauten sprachlos nach oben.

Der Himmel begann zu glitzern – sanft, ruhig und wunderschön.

Ganz anders als das Feuer…

aber genauso hell.

Vielleicht sogar noch schöner.

Milo pustete noch mehr Funken.

Und der Himmel füllte sich mit tausenden kleinen Sternen.

Der ganze Planet wurde in ein sanftes, warmes Licht gehüllt.

Der große Drache trat näher.

„Das… hast du gemacht?“

Milo nickte vorsichtig.

Der Drache lächelte.

„Das ist unglaublich.“

Ein anderer Drache rief: „Das ist noch schöner als Feuer!“

Und plötzlich…

klatschten alle Drachen mit ihren Flügeln.

„Milo! Milo! Milo!“

Milo konnte es kaum glauben.

„Sie… sie lachen nicht mehr…“

Leni grinste. „Natürlich nicht.“

Fina stupste ihn sanft an. „Jetzt staunen sie.“

Der große Drache beugte sich zu Milo herunter.

„Du bist kein gewöhnlicher Drache…“

Er lächelte warm.

„Du bist ein Sternendrache.“

Milos Augen wurden ganz groß.

„Ein… Sternendrache?“

„Ja“, sagte Luna. „Du bringst Licht… ohne Feuer.“

Pipo drehte fröhlich Kreise. „Und es ist wunderschön!“

Bruno nickte zufrieden. „Jeder hat seine eigene Stärke.“

Milo schaute in den Himmel.

Seine Sterne funkelten ruhig und freundlich.

Und zum ersten Mal…

fühlte er sich genau richtig.

„Danke“, flüsterte er zu Leni.

Leni lächelte. „Du hast das ganz allein geschafft.“

Langsam wurde es Zeit zu gehen.

Das kleine Raumschiff wartete schon.

„Kommst du uns mal besuchen?“, fragte Milo hoffnungsvoll.

„Ganz bestimmt“, sagte Leni.

„Und ich werde weiter üben“, sagte Milo stolz. „Vielleicht kann ich noch mehr Sternenbilder machen!“

„Das glaube ich auch“, sagte Luna.

Die Freunde winkten zum Abschied.

Als das Raumschiff abhob, sah Leni noch einmal zurück.

Der Himmel über Drachenheim war voller sanfter, leuchtender Sterne.

Und mittendrin…

flog ein kleiner Drache, der endlich wusste, wie besonders er war.

Wieder in ihrem Bett kuschelte sich Leni unter ihre Decke.

Sie hielt ihren Traumstern fest.

Er glitzerte heute ein bisschen heller.

„Jeder ist auf seine Weise besonders…“, murmelte sie müde.

Dann schloss sie die Augen.

Und schlief mit einem Lächeln ein.

Während draußen am Himmel…

ein paar neue Sterne leise funkelten.