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Das kleine Nachtlicht auf Reisen
EEs war eine dunkle, stille Nacht.
Draußen schimmerte der Himmel tiefblau, und viele kleine Sterne blinkten zwischen den Wolken hervor. Der Mond hing wie eine große silberne Lampe über der Stadt.
Leni lag schon gemütlich in ihrem Bett.
Sie hatte ihren Schlafanzug mit den kleinen Sternen an und kuschelte sich unter ihre weiche Decke.
Neben ihr lag ihr Teddy.
Mama hatte gerade das Licht ausgemacht.
Nur das kleine Nachtlicht neben Lenis Bett leuchtete noch warm und golden.
„Gute Nacht, Leni“, hatte Mama geflüstert.
„Gute Nacht“, murmelte Leni schläfrig.
Sie schaute noch einmal zum Fenster hinaus.
Und genau in diesem Moment…
flackerte ihr kleines Nachtlicht plötzlich.
Einmal.
Zweimal.
Dann begann es sanft zu glitzern.
Leni setzte sich auf.
„Huch?“
Das Nachtlicht leuchtete immer heller.
Und plötzlich hörte sie draußen ein vertrautes Summen.
„Bsssssssss…“
Leni sprang aus dem Bett und lief zum Fenster.
Da war es!
Das kleine Sternenschiff!
Es schwebte blinkend vor ihrem Fenster.
Die Tür öffnete sich langsam mit einem leisen „Pfffft“.
Und natürlich warteten dort schon ihre Freunde.
Luna winkte fröhlich mit den langen Ohren.
Fina lächelte vorsichtig.
Pipo flatterte aufgeregt im Kreis.
Und Bruno, der große gemütliche Bär, hob langsam seine Tatze.
„Hallo, Leni“, sagte Luna.
„Heute brauchen wir deine Hilfe.“
„Schon wieder?“, fragte Leni neugierig.
Pipo flatterte direkt vor ihre Nase.
„Es ist etwas ganz Wichtiges passiert!“
„Ein kleines Nachtlicht hat sich verirrt!“
Leni staunte.
„Ein Nachtlicht?“
Bruno nickte langsam.
„Ein ganz kleines.“
„Und jetzt findet es den Weg nach Hause nicht mehr“, erklärte Fina leise.
Leni schaute zu ihrem eigenen Nachtlicht neben dem Bett.
„Oh nein.“
Luna nickte.
„Ohne sein Kinderzimmer fühlt es sich ganz allein.“
Leni zog sofort ihre kleinen Sternenschuhe an.
„Dann müssen wir ihm helfen!“
„Genau!“, piepste Pipo fröhlich.
Leni kletterte ins Sternenschiff.
Drinnen war alles warm und gemütlich.
Kleine goldene Lampen blinkten an den Wänden.
Auf dem Boden funkelte Sternenstaub.
Und vorne am Fenster hing eine neue kleine Himmelskarte.
Pipo flatterte gleich zum Steuer.
„Alle bereit?“
„Bereit!“, rief Leni.
„Dann los!“
Mit einem sanften Summen hob das Sternenschiff ab.
Es flog hinaus in die glitzernde Nacht.
Vorbei an kleinen Wolkeninseln.
Vorbei an schlafenden Sternen.
Vorbei am leuchtenden Mond.
Leni schaute staunend hinaus.
„Wo ist denn das Nachtlicht?“
Fina zeigte nach vorne.
„Zuletzt wurde es bei den Wolkentunneln gesehen.“
„Die sind ziemlich dunkel“, sagte Bruno ruhig.
Leni kuschelte sich ein wenig näher an ihn.
„Aber wir sind zusammen.“
Bruno lächelte warm.
„Genau.“
Bald wurde der Himmel dunkler.
Große Wolken schwebten um das Schiff herum.
Die Sterne waren hier kaum noch zu sehen.
Und plötzlich…
tauchte vor ihnen ein riesiger Tunnel aus Wolken auf.
Er glitzerte silbern und blau.
„Wow!“, flüsterte Leni.
„Das ist der Wolkentunnel“, erklärte Luna.
„Hier reisen oft kleine Nachtlichter entlang.“
Das Sternenschiff flog langsam hinein.
Drinnen war alles weich und neblig.
Die Wände sahen aus wie Watte.
Pipo schaltete vorne kleine goldene Lämpchen an.
„Damit wir uns nicht verirren!“
Das Schiff summte leise durch den Tunnel.
Und plötzlich…
„Piep!“
Alle schauten sich um.
„Habt ihr das gehört?“, fragte Leni.
Wieder erklang das kleine Geräusch.
„Piep…“
Fina spitzte die Ohren.
„Das kam von dort!“
Das Sternenschiff bog langsam um eine Wolkenecke.
Und dort…
schwebte ein winziges Licht.
Es zitterte leicht.
Mal leuchtete es hell.
Dann wieder ganz schwach.
„Das Nachtlicht!“, rief Pipo.
Das kleine Licht erschrak.
„Oh! Wer seid ihr?“
„Keine Angst“, sagte Leni freundlich.
„Wir wollen dir helfen.“
Das kleine Nachtlicht wackelte traurig.
„Ich habe mich verirrt.“
„Wie heißt du denn?“, fragte Bruno sanft.
„Lumini“, piepste das kleine Licht.
Leni lächelte.
„Das ist ein schöner Name.“
Lumini leuchtete kurz ein kleines bisschen heller.
„Wirklich?“
„Ja!“, sagte Pipo begeistert.
„Sehr schön sogar!“
Lumini drehte sich traurig im Kreis.
„Ich wollte doch nur einmal alleine durch den Himmel reisen.“
„Und dann?“, fragte Luna.
„Dann bin ich falsch abgebogen.“
Fina nickte langsam.
„Das passiert manchmal.“
Lumini flackerte nervös.
„Und jetzt finde ich mein Kinderzimmer nicht mehr.“
Leni setzte sich ganz nah zu dem kleinen Licht.
„Bestimmt finden wir es zusammen.“
Lumini schaute vorsichtig auf.
„Meint ihr wirklich?“
„Natürlich“, sagte Bruno ruhig.
„Freunde helfen sich.“
Lumini leuchtete nun etwas heller.
„Danke.“
Plötzlich rumpelte das Sternenschiff leicht.
„Oh!“, piepste Pipo.
Vor ihnen zog dunkler Nebel durch den Tunnel.
Der Nebel wirbelte langsam hin und her.
„Das sind die Nebelfelder“, erklärte Luna.
„Hier verirrt man sich schnell.“
Leni nahm Lumini vorsichtig in beide Hände.
Das kleine Nachtlicht fühlte sich angenehm warm an.
„Keine Sorge“, flüsterte sie.
„Wir passen auf dich auf.“
Das Sternenschiff flog weiter.
Doch im Nebel konnte man kaum noch etwas sehen.
Links war alles grau.
Rechts auch.
Und sogar die Sterne verschwanden.
„Ich sehe nichts mehr“, murmelte Fina.
Pipo flatterte nervös.
„Wo müssen wir lang?“
Selbst Luna schaute nun konzentriert auf die Himmelskarte.
„Hm…“
Da begann Lumini plötzlich ganz schwach zu leuchten.
„Oh nein“, sagte das kleine Nachtlicht traurig.
„Ich glaube, mein Licht wird kleiner.“
Leni streichelte vorsichtig darüber.
„Warum denn?“
Lumini seufzte.
„Nachtlichter brauchen fröhliche Träume.“
„Und wenn wir traurig oder allein sind, leuchten wir schwächer.“
Bruno nickte verständnisvoll.
„Dann müssen wir dich wieder fröhlich machen.“
Pipo flatterte sofort wild im Kreis.
„Ich kenne einen Witz!“
„Oh nein“, murmelte Fina grinsend.
Pipo räusperte sich.
„Warum schlafen Sterne nie zu lange?“
Alle schauten ihn an.
„Weil sie immer früh funkeln müssen!“
Einen Moment war es still.
Dann musste Leni lachen.
Bruno lachte tief und gemütlich.
Sogar Fina kicherte.
Und Lumini?
Das kleine Nachtlicht begann plötzlich wieder heller zu strahlen.
„Das hat geholfen!“
Pipo flatterte stolz durch die Luft.
„Ich wusste es!“
Das Schiff flog weiter durch den Nebel.
Und plötzlich entdeckte Leni etwas.
„Da vorne!“
Ganz weit entfernt leuchtete ein kleiner goldener Punkt.
Luna staunte.
„Das könnte ein Wegstern sein.“
„Was ist das?“, fragte Leni.
„Wegsterne helfen Reisenden im Himmel“, erklärte Luna.
„Vielleicht kennt er den Weg.“
Das Sternenschiff flog näher heran.
Der kleine Stern schwebte ruhig mitten im Nebel.
Er hatte einen langen goldenen Bart aus Licht.
„Guten Abend“, sagte der Wegstern freundlich.
„Wohin des Weges?“
Lumini versteckte sich ein wenig hinter Leni.
„Ich… ich habe mich verirrt.“
Der Wegstern lächelte sanft.
„Ahhh. Ein kleines Nachtlicht.“
Er dachte kurz nach.
Dann nickte er langsam.
„Ich glaube, ich weiß, wo du hingehörst.“
Lumini begann hoffnungsvoll zu flackern.
„Wirklich?“
„Ja.“
Der Wegstern zeigte mit einem Lichtstrahl nach links.
„Folgt dem silbernen Wolkenband.“
„Dahinter liegt das Tal der Kinderträume.“
Leni staunte.
„Kinderträume?“
„Dort leuchten jede Nacht tausende Nachtlichter in den Kinderzimmern.“
„Das klingt schön“, flüsterte Fina.
„Sehr schön“, sagte der Wegstern lächelnd.
„Aber beeilt euch.“
„Warum?“, fragte Bruno.
„Die Traumglocke läutet bald.“
„Und danach schließen sich die Wolkentunnel.“
„Oh!“, piepste Pipo.
„Dann müssen wir schnell sein!“
Die Freunde bedankten sich.
Dann raste das Sternenschiff weiter.
Vor ihnen erschien nun ein silbernes Wolkenband.
Es funkelte wie flüssiges Mondlicht.
Das Schiff flog darüber hinweg.
Und plötzlich…
öffnete sich der Himmel.
Leni staunte ganz laut.
Unter ihnen lag ein wunderschönes Tal voller kleiner goldener Lichter.
Tausende Nachtlichter leuchteten warm in der Dunkelheit.
Manche blinkten sanft.
Andere strahlten ruhig.
Und überall schwebten kleine Traumwolken.
„Woooow“, flüsterte Leni.
Lumini begann ganz hell zu leuchten.
„Das ist mein Zuhause!“
„Juhu!“, rief Pipo.
Doch plötzlich erklang in der Ferne ein tiefes:
„DOOOONG…“
Die Traumglocke!
Luna erschrak.
„Schnell! Die Tunnel schließen sich!“
Am Himmel begannen die Wolken langsam zusammenzurutschen.
Das Sternenschiff flog schneller.
„Welches Fenster ist es?“, fragte Bruno.
Lumini schaute hektisch umher.
„Dort!“
Ganz unten leuchtete ein kleines Fenster mit blauen Vorhängen.
Daneben stand ein kleiner Teddybär.
„Das ist mein Kinderzimmer!“
Das Sternenschiff sauste hinunter.
Immer schneller.
Die Wolkentunnel hinter ihnen begannen sich bereits zu schließen.
„Fast geschafft!“, rief Leni.
Lumini zitterte aufgeregt.
Dann erreichten sie das Fenster.
Ganz vorsichtig öffnete Luna die kleine Schiffstür.
Lumini schwebte langsam hinaus.
Das kleine Nachtlicht flog direkt auf seinen Platz neben dem Bett.
Sofort begann es warm und hell zu leuchten.
Im Bett schlief ein kleines Kind friedlich unter einer Sternendecke.
Und als das Nachtlicht zurück war…
lächelte das Kind im Schlaf.
„Es hat dich vermisst“, flüsterte Leni glücklich.
Lumini leuchtete dankbar.
„Danke, dass ihr mich nach Hause gebracht habt.“
„Gern“, sagte Bruno freundlich.
„Jetzt bist du wieder da, wo du hingehörst.“
Lumini blinkte noch einmal fröhlich.
Dann wurde sein Licht ganz ruhig und warm.
So wie ein richtiges Nachtlicht.
Leni lächelte zufrieden.
„Jetzt kann das Kind wieder schön schlafen.“
Die Freunde winkten leise zum Abschied.
Dann flog das Sternenschiff zurück in die Nacht.
Die Wolkentunnel öffneten sich noch einmal kurz für sie.
Und bald glitzerte wieder der vertraute Sternenhimmel um sie herum.
Leni wurde langsam müde.
Sehr müde.
Sie kuschelte sich an Bruno.
Pipo flatterte nun auch langsamer.
Fina rollte sich gemütlich zusammen.
Und Luna steuerte das Sternenschiff ruhig nach Hause.
Schon bald landeten sie wieder vor Lenis Fenster.
„Danke für das Abenteuer“, murmelte Leni schläfrig.
„Danke dir“, sagte Luna sanft.
Leni kletterte zurück ins Bett.
Ihr eigenes Nachtlicht leuchtete warm neben ihr.
Ganz kurz meinte sie, es würde ihr freundlich zuzwinkern.
Dann kuschelte sie sich tief unter ihre Decke.
Draußen blinkten die Sterne.
Und irgendwo hoch oben im Himmel…
flog das kleine Sternenschiff weiter durch die Nacht.
Leni lächelte müde.
„Gute Nacht, Lumini“, flüsterte sie.
Dann schloss sie die Augen.
Und schlief glücklich ein.