Lenis Traumwelt - Geschichten zum Träumen
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Leni sitzt mit Luna dem Sternenhasen, Pipo dem leuchtenden Vogel, Bruno dem gemütlichen Bären und Fina dem Sternenfuchs in einem leuchtenden Wolkenschloss aus weichen Türmen, Regenbogenbrücken und Sternenlicht; in Lenis Händen schwebt eine kleine warme Wolke, während das Raumschiff draußen vor einem mondhellen Nachthimmel wartet.

ca. 8 Min. · 1.077 Wörter

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Das flüsternde Wolkenschloss

Es war eine besonders ruhige Nacht.

Der Mond hing wie eine silberne Lampe am Himmel, und die Sterne funkelten sanft, als würden sie Leni etwas zuflüstern wollen.

Leni lag in ihrem Bett, hielt ihren kleinen Traumstern in der Hand und schaute nach draußen.

„Ob wir heute wieder reisen?“, murmelte sie leise.

Kaum hatte sie das gesagt, begann ihr Stern ganz warm zu leuchten.

„Pssst… Leni…“, erklang eine vertraute Stimme.

Leni lächelte sofort.

„Luna!“

Am Fenster saß der kleine Sternenhase, sein Fell glitzerte wie immer. Neben ihm flatterte Pipo aufgeregt mit den Flügeln. Bruno stand dahinter und winkte freundlich, während Fina, der Sternenfuchs, neugierig hereinschaute.

„Heute wartet ein ganz besonderer Ort auf uns“, sagte Luna geheimnisvoll.

„Was denn?“, fragte Leni und kletterte schnell aus ihrem Bett.

„Ein Schloss… aus Wolken“, flüsterte Pipo.

Leni staunte. „Ein Wolkenschloss?“

„Und es braucht unsere Hilfe“, fügte Fina leise hinzu.

Gemeinsam stiegen sie in ihr kleines, leuchtendes Raumschiff. Es summte sanft, als es sich vom Fenster löste und langsam in den Himmel aufstieg.

Sie flogen höher und höher.

Vorbei an glitzernden Sternen. Vorbei an einem sanft schlafenden Mond. Vorbei an leisen, tanzenden Nebeln.

Und dann…

„Ohhhh…“, machte Leni.

Vor ihnen schwebte eine riesige, weiche Wolke.

Sie war so groß wie ein ganzes Land.

Und mitten darauf stand ein wunderschönes Schloss.

Es sah aus, als wäre es aus fluffiger Watte gebaut. Türme ragten in den Himmel, Brücken bestanden aus Regenbogenlicht, und alles schimmerte in sanften Farben.

Doch etwas war anders.

Ein leises Flüstern lag in der Luft.

„Hört ihr das?“, fragte Leni.

Die Freunde nickten.

„Ja…“, murmelte Bruno. „Aber ich verstehe nichts.“

Sie landeten vorsichtig auf der Wolke. Der Boden fühlte sich weich an, fast wie ein Kissen.

Das Flüstern wurde etwas lauter.

Es kam aus dem Schloss.

„Kommt…“, sagte Luna vorsichtig.

Langsam gingen sie durch das große Tor. Es öffnete sich ganz von allein und machte dabei kein Geräusch.

Drinnen war es ruhig… aber das Flüstern war überall.

„Flüster… flüster… flüster…“

Leni legte den Kopf schief.

„Was sagt das Schloss?“

Pipo flatterte durch die Luft. „Ich verstehe nur einzelne Geräusche…“

Fina schloss die Augen und lauschte. „Es klingt… traurig.“

„Vielleicht ist das Schloss kaputt?“, überlegte Bruno.

Sie gingen weiter.

Der große Saal war leer, aber die Wände schimmerten wie lebendig.

Das Flüstern wurde stärker.

Doch je mehr sie versuchten zuzuhören, desto weniger verstanden sie.

„Ich verstehe gar nichts!“, rief Pipo schließlich.

„Vielleicht müssen wir lauter zuhören?“, sagte Bruno und hielt sich die Ohren.

Leni schüttelte den Kopf.

„Nein… ich glaube… das hilft nicht.“

Sie setzte sich vorsichtig auf den weichen Boden.

„Vielleicht… müssen wir anders zuhören.“

„Wie denn?“, fragte Fina.

Leni dachte nach.

Dann sagte sie ganz leise:

„Ganz still.“

Die Freunde sahen sich an.

„Ganz still?“, fragte Bruno.

Leni nickte.

„Ja. Ohne reden. Ohne bewegen. Nur hören.“

Luna lächelte. „Das klingt klug.“

Also setzten sich alle hin.

Ganz nah beieinander.

Und dann…

wurden sie still.

Ganz still.

Kein Flügelschlag. Kein Rascheln. Kein Wort.

Nur das leise Flüstern des Schlosses.

„Flüster… flüster…“

Zuerst war es immer noch unverständlich.

Doch dann…

passierte etwas.

Leni schloss die Augen.

Und plötzlich fühlte sie etwas in ihrem Herzen.

Ein sanftes Ziehen. Ein leises Gefühl.

Es war… traurig.

Aber auch warm.

Und dann hörte sie es.

Ganz klar.

„Ich bin allein…“

Leni öffnete langsam die Augen.

„Ich glaube… ich habe es verstanden“, flüsterte sie.

Die anderen sahen sie gespannt an.

„Was sagt das Schloss?“, fragte Fina.

Leni legte eine Hand auf ihr Herz.

„Es ist traurig…“

„Warum?“, fragte Bruno leise.

„Es sagt… es ist allein.“

Die Freunde schauten sich an.

„Allein?“, wiederholte Pipo.

„Aber… es ist doch riesig!“, sagte Bruno.

Leni schüttelte sanft den Kopf.

„Auch große Dinge können sich allein fühlen.“

Das Flüstern wurde ein wenig stärker.

„Allein… allein…“

Fina trat vorsichtig vor.

„Vielleicht… hört ihm niemand zu.“

Luna nickte.

„Oder niemand versteht es.“

Leni stand auf.

„Dann müssen wir ihm zeigen, dass es nicht allein ist.“

„Wie?“, fragte Pipo.

Leni lächelte.

„Indem wir bleiben.“

Sie legte ihre Hand auf die weiche Wand des Schlosses.

„Wir sind hier.“

Die anderen machten es ihr nach.

Bruno legte seine große Tatze an die Wand. Fina schmiegte sich vorsichtig dagegen. Pipo setzte sich ganz nah dazu. Und Luna berührte das Schloss mit seiner kleinen Pfote.

Und dann…

wurde es still.

Ganz still.

Das Flüstern hörte auf.

Für einen kurzen Moment war alles ruhig.

Und dann…

veränderte sich das Schloss.

Ein sanftes Leuchten breitete sich aus.

Die Wände wurden heller. Die Farben wurden wärmer. Die Luft fühlte sich plötzlich leicht an.

Und dann hörten sie eine neue Stimme.

Klar. Sanft. Freundlich.

„Danke…“

Leni lächelte.

„Jetzt verstehe ich dich.“

Die Stimme klang nicht mehr traurig.

„Ihr habt zugehört…“

Pipo flatterte glücklich. „Wir haben es geschafft!“

Das Schloss begann zu leuchten wie ein Regenbogen.

Die Türme funkelten. Die Brücken glitzerten. Und überall erschienen kleine Lichtpunkte – wie Sterne.

„Was passiert?“, fragte Bruno staunend.

„Das Schloss ist wieder glücklich“, sagte Luna.

Fina lächelte sanft. „Weil es nicht mehr allein ist.“

Leni setzte sich wieder hin und schaute sich um.

„Manchmal…“, sagte sie leise, „kann man Dinge nur verstehen… wenn man ruhig wird.“

Die Freunde nickten.

„Und wenn man mit dem Herzen zuhört“, fügte Luna hinzu.

Das Schloss flüsterte noch einmal.

Doch diesmal verstanden es alle.

„Freunde…“

Leni strahlte.

„Ja… wir sind deine Freunde.“

Plötzlich erschien in der Mitte des Saals etwas Neues.

Eine kleine, leuchtende Wolke.

Sie schwebte langsam zu Leni.

„Für dich“, sagte die Stimme des Schlosses.

Leni hielt vorsichtig ihre Hände hin.

Die Wolke legte sich sanft hinein.

Sie fühlte sich warm an.

Und ruhig.

„Was ist das?“, fragte Leni.

„Ein Stück Ruhe“, erklärte Luna.

„Damit du dich immer daran erinnerst, zuzuhören“, sagte Fina.

Leni nickte.

„Danke.“

Langsam wurde es Zeit zu gehen.

Das Schloss leuchtete ihnen nach, als sie zurück zum Raumschiff gingen.

„Kommt ihr wieder?“, fragte das Schloss leise.

Leni drehte sich noch einmal um.

„Ja. Aber jetzt bist du nicht mehr allein.“

Das Schloss strahlte.

Und dann flogen sie los.

Zurück durch die funkelnde Nacht. Zurück zum Mond. Zurück zu Lenis Fenster.

Als Leni wieder in ihrem Bett lag, hielt sie die kleine Wolke ganz fest.

Sie war ganz ruhig.

Ganz warm.

Und irgendwie… hörte sie noch immer das sanfte Flüstern.

Aber jetzt wusste sie, was es bedeutete.

Leni schloss die Augen.

Und lächelte.

„Gute Nacht…“, flüsterte sie.

Und diesmal war es nicht nur für den Mond und die Sterne.

Sondern auch für das Wolkenschloss.

Und für all die leisen Stimmen, die man nur hören kann…

wenn man wirklich zuhört.